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Uwe Ochsenknecht: "Du kannst nie mit einem Erfolg rechnen"

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Uwe Ochsenknecht schwingt auch gerne mal das Tanzbein - aber nicht zu jeder Musik

In der Buddy-Komödie "2 Sturköpfe im Dreivierteltakt" (Freitag um 20:15 Uhr im Ersten) übernehmen die ehemaligen Rivalen, der abgebrannte Lebenskünstler Hans Rückert (Herbert Knaup) und der pedantische Frührentner Joachim Schiller (Uwe Ochsenknecht), zusammen eine Tanzschule, um ihrer gemeinsamen Ex auszuhelfen. Wie es um das Tanztalent von Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht (61, "Der Bulle und das Landei") bestellt ist, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Dabei spricht er auch über seine persönliche Eitelkeit, Erfolg und verrät, wie die Chancen auf eine Fortsetzung von "Willkommen bei den Hartmanns" stehen.

Herr Ochsenknecht, wie war denn der Dreh zu "2 Sturköpfe im Dreivierteltakt"?

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Uwe Ochsenknecht: Es war sehr entspannt. Herbert [Knaup] und ich kennen uns schon ziemlich lange, haben schon öfters zusammen gedreht und mögen uns auch sehr. Das ist natürlich immer ein angenehmes Arbeitsklima. Wir kritisieren uns aber auch während dem Drehen völlig uneitel.

Für Ihre Figur Joachim bedeutet Ordnung alles. Wie sieht das bei Ihnen privat aus?

Ochsenknecht: Ich lege auch sehr viel Wert auf Ordnung und Sauberkeit, nur schaffe ich das leider oft nicht so, wie ich es gerne hätte. (lacht) Ich putze zuhause auch, aber wie in so mancher Paar-Situation ist es auch bei uns so, dass die Frau einfach noch einen Tick besser ist. Ich tue immer mein Möglichstes, aber es ist halt nie Hundertprozentig. Der Wille ist auf jeden Fall da und das reicht der Frau oft schon. Ich bewundere meine Lebensgefährtin da wirklich. Sie macht das mit einer doppelten Geschwindigkeit mit einem doppelt so guten Ergebnis, das ist wirklich toll.

Im Film geht es um eine Tanzschule. Wie ist es denn um Ihr Tanztalent bestellt?

Ochsenknecht: Ich habe Standardtänze noch nie gemocht. Ich schaue da zwar gerne mal zu, weil es sehr schön aussieht, wenn zwei Personen das können. Aber ich will sie nicht selber tanzen. Außerdem macht mich die Musik nicht sonderlich an. Ich finde Lateinamerikanische Tänze toll. Die muss man aber auch erst einmal beherrschen. Ja und Walzer ist schon auch etwas Schönes.

Zu welcher Musik tanzen Sie am liebsten?

Ochsenknecht: Zum Tanzen bevorzuge ich Funk, Soul und House.

Hören Sie diese Musik sonst auch privat?

Ochsenknecht: Unter anderem. Im Auto höre ich aber zum Beispiel auch viel klassische Musik, weil das sehr entspannend ist.

Lassen Sie sich in Sachen Musik von Ihren Kindern inspirieren?

Ochsenknecht: Wir haben da schon unterschiedliche Geschmäcker. Der eine Sohn hört Alternative, was ich auch sehr gerne mag. Meine Tochter und der andere Sohn hören dagegen Hardcore-Hip-Hop. Auch da sind immer mal wieder interessante Sachen dabei. Drake zum Beispiel. Witzigerweise stehen meine Kinder auch ab und zu auf so ganz alte Geschichten. Die Jungs legen beide auf und manchmal haben die Sachen im Programm, da waren sie noch gar nicht auf der Welt.

Sie haben selbst schon Musik gemacht und Alben herausgebracht. Ist in dieser Richtung mal wieder etwas geplant?

Ochsenknecht: Ja, immer mal wieder. Das ist bei mir natürlich eine Frage der Zeit. Ich bin schon wieder am Tun und Machen. Mal gucken, wie lange das dauert. Ich hoffe, es geht schnell.

Im Film helfen zwei Männer ihrer Ex. Wie würden Sie das Verhältnis beschreiben?

Ochsenknecht: Man kann davon ausgehen, dass beide noch ganz schön was für sie übrig haben. Sonst würden sie auf diese Aktion gar nicht einsteigen und die ganzen Probleme, die sich da auftun, auf sich nehmen. Das ist von der Ex eine ganz berechnende Kiste. Sie weiß genau, dass Joachim und Hans noch etwas an ihr liegt.

Freundschaft sieht definitiv anders aus. Kann man überhaupt mit der Ex befreundet bleiben?

Ochsenknecht: Ich finde es immer schön, wenn man sich nach der Trennung mit seinen Ex-Partnern verträgt. Also damit meine ich ernsthafte Beziehungen. Man hat immerhin einen Teil seines Lebens zusammen verbracht und da gab es ja auch schöne Zeiten. Wenn das nicht funktioniert, ist das natürlich schade.

Von Ihrem aktuellen Film zu dem erfolgreichsten deutschen Film des vergangenen Jahres: In "Willkommen bei den Hartmanns" spielen Sie einen eitlen Schönheits-Doc. Wie eitel sind Sie selbst?

Ochsenknecht: Ich weiß nicht, ob das Eitelkeit ist. Aber ich bin gerne gepflegt und mag es, wenn auch andere Männer und Frauen gepflegt sind. Ich versuche, altersentsprechend das Beste aus mir herauszuholen. Ich muss mir selbst gefallen, wenn ich in den Spiegel schaue. Ich finde es blöd, wenn jemand da die Flinte ins Korn wirft. Viele Leute könnten viel mehr aus sich machen.

Ihre Lebensgefährtin betreibt passenderweise ein eigenes Kosmetikstudio. Gehören Sie auch zu ihren Kunden?

Ochsenknecht: Absolut. Das kann ich auch nur jedem empfehlen. In ihrem Berliner Laden macht sie eine spezielle Sauerstoff-Behandlung, wobei der untersten Hautschicht Sauerstoff hinzugefügt wird. Das hat aber nichts mit Spritzen oder dergleichen zu tun. Ansonsten reinigt und pflegt sie die Haut. Danach sieht man aus, als kommt man aus dem Urlaub. In meinem Fall hat das gar nicht unbedingt etwas mit Eitelkeit zu tun. Ich trage das ganze Jahr über so viel Schminke im Gesicht und da tut so etwas der Haut einfach sehr gut.

"Willkommen bei den Hartmanns" war DER Film im vergangenen Jahr. Hat Sie der Erfolg überrascht?

Ochsenknecht: Du kannst nie mit einem Erfolg rechnen. Es liegt heute an so vielen Faktoren, ob ein Film erfolgreich ist. Ist gutes Wetter, kommt ein Fußballspiel, stirbt der Papst oder es kommen drei Blockbuster gleichzeitig raus? Dann hat man es schwer. Das weiß man nie, aber man freut sich umso mehr, wenn der Erfolg dann eintritt.

Wie stehen die Chancen auf eine Fortsetzung?

Ochsenknecht: Es wird darüber spekuliert... Das liegt natürlich vor allem am Regisseur, Simon Verhoeven. Ich weiß, dass er sich Gedanken macht. Aber ein offizielles Ergebnis haben die Beteiligten noch nicht mitgeteilt.