"Druck braucht jeder": CDU-Mann Spahn geht bei "Maybrit Illner" auf Hartz-IV-Gegnerin los

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Der CDU-Politiker Jens Spahn bei "Maybrit Illner" | ZDF Mediathek
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  • Bei "Maybrit Illner" ging es um die Hartz-IV-Reformen
  • CDU-Mann Spahn lieferte sich einen erhellenden Schlagabtausch mit einer Hartz-IV-Gegnerin

Der SPD-Politiker Martin Schulz schreckt die Union auf. Seit er zum Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten ausgerufen wurde, eilen diese von einem Umfragen-Hoch zum Nächsten. Seine Pläne, die Agenda 2010 zu reformieren, entsprechen offenbar dem Wunsch vieler Deutscher.

Soll die umstrittene Arbeitsmarktreform wieder zurückgenommen werden. "Zurück in die Zukunft - weniger Agenda, mehr Gerechtigkeit?", war das Thema bei "Maybrit Illner“.

Der CDU-Mann Jens Spahn sah den Wiederaufstieg der SPD gelassen. "Das ist okay, weil es das Ganze wieder spannend macht", sagte er. Man habe jetzt wieder eine "echte Wahl". Er sieht die Agenda 2010 als vollen Erfolg an.

"Wenn sie nichts verändern wollen, dann ist das kein guter Politikansatz"

SPD-Ministerpräsidenten Malu Dreyer griff ihn an: "Wenn Sie nichts verändern wollen, auch an Ungerechtigkeit, dann ist das kein guter Politikansatz." Der konterte, dass SPD und CDU auf einmal wieder die gleiche Diskussion führen würden, wie vor der Arbeitsmarktreform 2005.

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Seine Gelassenheit war dann weg, als die Linken-Politikerin Inge Hannemann an das Stehpult gerufen wurde. Sie hatte lange Zeit im Jobcenter Hamburg-Altona gearbeitet - wurde dann aber gefeuert, weil sie zu wenig Sanktionen verhängte.

"Wir reden immer über die Menschen, aber wir reden niemals mit den Menschen“, warf sie den Politikern von SPD und CDU vor. Man brauche niemandem, der über 50 ist und 20 Jahre nicht gearbeitet habe und krank sei, zu sagen, er bekomme noch einen Job.

Sie selbst habe Arbeitslose nicht vorgeladen, sondern eingeladen. Aus den Schreiben habe sie den Passus der Sanktionsandrohung entfernt. Daher seien zu ihr 90 Prozent der Erwerbslosen zu Gesprächen erschienen. Bei den anderen seien es nur 40 oder 50 Prozent gewesen.

"Ein bisschen Druck braucht jeder von uns"

Auch für die habe sie keinen Job gehabt, aber dann habe sie mit denen eben über Politik gesprochen.

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Spahn gab zu, dass er sich in die Situation eines Hartz-IV-Empfängers nicht hineinversetzen könne. "Von so viel Geld musste ich zuletzt während meiner Ausbildung leben", sagte der CDU-Mann.

Dann geht er auf die Linke los: "Es ist ja schön, wenn das Ihr Arbeitsverständnis war, aber ob das wirklich die Aufgabe war, mit denen, die da kommen, über Politik zu reden?" Vielmehr hätte sie mit den Erwerbslosen darüber reden müssen, wie sie diese wieder hätte in Arbeit bringen können.

Er will bei den Sanktionen bleiben: "Ein bisschen Druck braucht jeder von uns."

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(lp)

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