Nach Doppelmord in Höfen: Polizei nimmt Pflegekraft fest, weiterer mutmaßlicher Täter auf der Flucht

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HOEFEN
Nach Doppelmord in Höfen: Polizei nimmt Pflegekraft fest, weiterer Täter auf der Flucht | dpa
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  • Bei dem Doppelmord in Oberbayern hat die Polizei eine 49 Jahre alte Tatverdächtige festgenommen
  • Ein weiterer Tatverdächtiger, ein 46 Jahre alter Pole, ist derzeit noch auf der Flucht

Es schien ein komplizierter Fall zu sein, der Doppelmord im Weiler Höfen. Doch nun kommt Bewegung in den Fall. Ein Abgleich einer am Tatort gefundenen DNA-Spur führte die Ermittler auf die Spur eines 43-jährigen polnischen Staatsangehörigen. Das teilte der leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke bei einer Pressekonferenz am Freitag mit.

Der mutmaßliche Täter, Robert Pludowski, ist noch flüchtig. Die Polizei fahndet mit diesem Foto nach ihm:

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Zudem erhärtete sich der Tatverdacht gegen eine polnische Frau, die im vergangenen Jahr Pflegerin in dem Haus war. Die 49-jährige wurde im brandenburgischen Prenzlau festgenommen. Der Ermittlungsrichter hat gegen sie einen Haftbefehl wegen Beihilfe zum Mord erlassen.

Polizeipräsident Robert Kopp und Leitender Oberstaatsanwalt Hajo Tacke bedankten sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Soko "Höfen" für die bislang geleistete Arbeit bei der Aufklärung des Gewaltverbrechens: "Sie alle haben seit Bekanntwerden des schockierenden und brutalen Verbrechens mit hohem Engagement an der Aufklärung dieser schweren Straftat gearbeitet."

Die Opfer wurden Ende Februar entdeckt

In der Nacht auf den Faschingssonntag, den 26. Februar, hatte eine Polizeistreife in einem Einfamilienhaus im oberbayerischen Weiler Höfen bei Königsdorf zwei Leichen und eine schwerverletzte Frau gefunden. Die Tat selbst hatte sich höchstwahrscheinlich bereits am 23. Februar ereignet.

Eine 76-jährige Frau aus Eschborn und ein 81-jähriger Mann aus Hagen wurden massiv körperlich misshandelt und sind durch den Einsatz stumpfer Gewalt ums Leben gekommen. Die schwer verletzte 76-jährige Hausbesitzerin ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig, teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit.

Der Tatverdächtige

Der Gesuchte ist 180 cm groß, hat sehr kurze, dunkle Haare (annähernd Glatze), eine athletische Figur, eine Totenkopf-Tätowierung am rechten Oberarm und spricht polnisch und gebrochen deutsch. Der Gesuchte ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich.

In Zusammenhang mit dem Gewaltverbrechen sucht die Polizei zudem nach einem wichtigen Zeugen gesucht, der sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 23. Februar, gegen 03.15 Uhr, in der Tank- und Rastanlage Höhenrain-Ost an der Autobahn Garmisch-Partenkirchen - München, BAB 95, aufgehalten hat.

Personen, die Hinweise zum Tatverdächtigen oder zu dem gesuchten Zeugen geben können, werden gebeten, sich mit der SOKO „Höfen“ bei der Kriminalpolizei Weilheim unter der Telefonnummer (0881) 640123 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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