Türkische Zeitung attackiert Merkel - und druckt ein unmögliches Bild ab

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MERKEL ERDOGAN
Zwischen der Türkei und Deutschland gibt es neue Konflikte. | Kacper Pempel / Reuters
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Der Streit zwischen Deutschland und der Türkei droht zu eskalieren. Nachdem mehreren türkischen Politikern Auftritte in Deutschland untersagt wurden, ist die Stimmung zwischen den Ländern aufgeheizt.

Eine Fotomontage, die die türkische Tageszeitung "Güneş" am Freitag abgedruckt hat, wird die Beziehung zwischen den Ländern definitiv nicht verbessern. Sie zeigt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. In ihrem Gesicht: Ein Hitlerbart. Zudem hebt sie die Hand zum Hitler-Gruß.

Das Blatt schreibt, Merkel wäre immer sehr darauf bedacht, nicht mit Nazi-Begriffen betitelt zu werden. Und titelt deshalb: "Dann führ dich halt nicht wie ein Nazi auf".

Türkische Medien zeigen Merkel gerne als Diktatorin

Es ist nicht das erste Mal, dass eine türkische Zeitung die Kanzlerin verunglimpft. Kurz nach dem Militärputsch, der sich im Juli 2016 in der Türkei ereignete, bildeten auch die Zeitungen „Aksam“ und „Takvim“ Merkel in Hitler-Montur ab.

Hintergrund damals: Das Bundesverfassungsgericht hatte es gewagt, die Liveübertragung einer Ansprache des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor bis zu 40.000 Demonstranten in Köln zu untersagen. Der Vorwurf Erdogans an Merkel: Sie würde damit die Demokratie unterwandern.

Hier wurde gleich der ganze Bundestag beleidigt

Die türkische Zeitung "Aksam" hat sich auch im Juni 2016 nicht mit Ruhm bekleckert und den deutschen Bundestag als "Dummkopf" bezeichnet - aufgrund der Völkermord-Resolution zu den Massakern an den Armeniern.

Griechische Zeitung verunglimpft Schäuble als Henker

Nicht nur die Bundeskanzlerin musste schon viel Kritik von ausländischen Medien einstecken. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wurde während der Griechenland-Krise attackiert.

Die griechische Zeitung "Dimokratia" zog damals einen Nazi-Vergleich. Zudem zeigte sie Schäuble mit Henkerkapuze und mittelalterlichem Doppelbeil. "Der Henker Europas ist verrückt geworden", schrieb das ultrakonservative Blatt. Allerdings: Andere Medien des Landes zeigten kein Verständnis für die Darstellung der "Dimokratia".

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(jg)

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