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10/03/2017 16:22 CET | Aktualisiert 10/03/2017 18:26 CET

Staatsanwalt: Marcel H. gesteht Morde an 9-Jährigem und 22-Jährigem

  • Ein Neunjähriger und ein 22-Jähriger sind in Herne ermordet worden

  • Der 19-jährige Marcel H. war dringend tatverdächtig aber seit Montag auf der Flucht

  • Am Donnerstagabend stellte er sich und gestand beide Morde

  • Die Polizei beantwortete am Freitag die Fragen der Presse

  • Weitere Informationen seht ihr oben im Video

Marcel H. hat sowohl den Mord an dem 9-jährigen Nachbarsjungen als auch an einen 22-Jährigen in Herne gestanden. Das teilte Staatsanwalt Danyal Maibaum in einer Pressekonferenz am Freitag mit. Der Tatverdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Am Abend zuvor hatte Marcel H. sein Versteckspiel beendet und sich der Polizei gestellt. Der mutmaßliche Täter "trat sehr eiskalt auf, er diktierte den Kollegen", sagte der Leiter Mordkommission Bochum, Klaus-Peter Lipphaus.

Er erklärte auch die Hintergründe der grausamen Taten: H. sei demnach erst kürzlich zusammen mit seinen Eltern in eine Nachbarstadt gezogen.

Am Montag habe Marcel H. dann seine alte Wohnung aufgesucht, um Suizid zu begehen. Die Gründe: eine Absage von der Bundeswehr und ein fehlender Internetzugang in der neuen Wohnung.

H. soll versucht haben, sich zu strangulieren. Da das nicht geklappt habe, habe er den Entschluss gefasst, mit Morden ins Gefängnis zu kommen, sagte Lipphaus.

H. habe Jaden in das Nachbarhaus gelockt und den Jungen aus "Mordlust" mit 52 Messerstichen getötet, erklärte Staatsanwalt Maibaum das Mordmotiv.

Mord mit 68 Messerstichen

Nach dem Mord an dem Neunjährigen soll H. den Ermittlungen zufolge erst in einen Wald, dann zu einem Bekannten geflüchtet sein. "Den Mann kannte H. sowohl aus dem Berufskolleg als auch vom Computerspielen", sagte der Dortmunder Polizeichef Gregor Lange.

H. habe seinen Bekannten gefragt, ob er einige Tage bei ihm übernachten könne. Als der 22-Jährige am Dienstagmorgen H. als mutmaßlichen Mörder erkannt habe, soll H. sich entschlossen haben, seinen Gastgeber zu töten - mit 68 Messerstichen und Gewalt gegen den Hals.

Der große Fahndungsdruck habe letztlich zu der Verhaftung geführt, sagte Lange. Um die Spuren des zweiten Mordes zu verwischen, habe H. die Wohnung des Bekannten angezündet.

"Ein sehr außergewöhnlicher Fall"

Zudem äußerte sich die Polizei zu den Online-Bildern, die während der Flucht von H. kursierten: "Die im Internet aufgetauchten Fotos mit den kryptischen Zeichen, das heißt die Botschaft mit der Leiche, wurden von Marcel H. gemacht", bestätigte Lipphaus.

Wer allerdings die Fotos ins Internet gestellt hat, wird derzeit noch untersucht. Das Foto mit dem Hund sei hingegen eine Fälschung, erklärte der Polizei-Chef.

Aus Sicht der Polizei war es ein sehr außergewöhnlicher Fall. "Ich hatte bisher keinen Fall, der mich persönlich so stark betroffen hat", erklärte die Bochumer Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier. Die Ermittlungen seien sehr belastend gewesen.

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(cho)

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