Eskalation im Norden Syriens: Türkische Soldaten beschießen Assad-Truppen

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Soldaten der FSA, die von der Türkei unterstützt im Norden Syriens agiert | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Die türkische Armee hat syrische Regierungstruppen bei Manbidsch beschossen
  • Im Norden Syriens droht jetzt eine weitere Gewalteskalation

Die türkische Armee hat im Norden Syriens mehreren Berichten zufolge Truppen der Regierung beschossen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete Raketen- und Artilleriebeschuss nahe der Stadt Manbidsch. Es habe Tote und Verletzte gegeben

Der Vorfall ist aus zwei Gründen besorgniserregend. Zum einen riskiert die Türkei einen verschärften Konflikt mit Russland, das die syrische Armee unterstützt. Zum anderen zeigt der Angriff, dass die Türkei fest entschlossen ist, die Stadt Manbidsch einzunehmen.

Dadurch droht eine weitere Eskalation: Manbidsch war im vergangenen Herbst von überwiegend kurdischen Kämpfern - unter anderem jenen der Kurdenmiliz YPG – eingenommen worden.

Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK und fordert, dass die Miliz aus dem Gebiet um die Stadt abzieht.

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Syrisches Regime wendet sich an die UN

Die YPG ist in Syrien zugleich der wichtigste Verbündete der US-geführten internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die US-Armee hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie habe ihre Präsenz in Manbidsch verstärkt. Dieser Schritt diene unter anderem dazu, "feindliche Handlungen“ zu verhindern.

Syriens Außenministerium forderte die Vereinten Nationen auf, die Türkei sofort zum Abzug ihrer Truppen und zum Stopp ihrer Angriffe zu bringen, wie Sana weiter berichtete.

Die Türkei verstoße gegen Syriens Souveränität und internationales Recht, heißt es in Briefen der Regierung in Damaskus an UN-Generalsekretär António Guterres und den Vorsitzender des Sicherheitsrates. Türkische Truppen kämpfen seit August zusammen mit Rebellen in Syrien gegen den IS und die YPG.

Vorfall gefährdet neue Allianz mit Russland

Wie Moskau auf die Konfrontation zwischen Assad und Erdogan reagieren wird, ist offen.

Am Freitag trafen sich die Staatschefs der Türkei und Russlands in Moskau – dort zelebrierten sie Einigkeit. Einen so vertrauensvollen Dialog Russlands mit der Türkei zum Thema Syrien habe niemand zuvor erwartet, sagte Wladimir Putin Agenturen zufolge. "Wir sind sehr froh, dass wir unsere Verbindungen so schnell wiederherstellen können", sagte er.

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(jg)