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10/03/2017 15:46 CET

Europäische Stromunternehmen wollen gigantische Energie-Insel in der Nordsee errichten

Energinet.dk
So soll die Energie-Insel in der Nordsee aussehen

  • Mehrere mitteleuropäische Stromnetzunternehmen planen einen riesigen Windpark in der Nordsee

  • Im Zentrum des Vorhabens stehen künstliche Inseln

  • Das Projekt könnte Strom für 80 Millionen Menschen erzeugen

Es ist ein Vorhaben, dass die Energieversorgung in Mitteleuropa dauerhaft verändern könnte - und das mit erneuerbarer Energie. Das niederländisch-deutsche Stromnetzunternehmen Tennet und die Firma Energinet aus Dänemark wollen eine oder mehrere riesige künstliche Inseln inmitten der Nordsee errichten.

Drumherum sollen gigantische Farmen von Windkraftwerken entstehen. Wird das Projekt realisiert, könnte es Strom für 80 Millionen Menschen erzeugen. Die Pläne wurden diese Woche veröffentlicht.

So soll die Energie-Insel in der Nordsee aussehen

Die Anlage soll auf der Doggerbank entstehen. Das ist eine stellenweise nur etwa 13 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Sandbank, 100 Kilometer östlich von England. Aufgrund der relativ geringen Wassertiefe und den zugleich hohen Windstärken wäre sie der ideale Standort für den riesigen Windpark.

Die internationale Kooperation will auf der Sandbank eine oder mehrere zentral gelegenen Verteilkreuz-Inseln und über zehntausend Windenergieanlagen errichten. Die Windparks sollen voraussichtlich 70.000 bis 100.000 Megawatt erzeugen.

Zum Vergleich: Das heute leistungsstärkste Kraftwerk Deutschlands, das Braunkohlewerk Neurath, schafft lediglich 440 Megawatt.

Künstliche Inseln als Basis der Übertragung für die Windenergie

Die bis zu sechs Quadratkilometer großen Inseln sollen die Grundlage zur Übertragung der Windenergie an die Nordsee-Anrainerstaaten wie Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Großbritannien, Norwegen und Belgien bilden. Jedes Eiland soll ein Rollfeld und einen Hafen bekommen.

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Der geplante Standort der künstlichen Insel

Der Vorteil der Inseln: Mitarbeiter, Geräte und Werkstätten könnten darauf stationiert werden. Das würde die bisher komplexe Logistik für Offshore-Anlagen vereinfachen.

Bereits am 23. März wollen die beteiligten Unternehmen in Brüssel eine Vereinbarung unterzeichnen, mit der die Entwicklung eines großen europäischen Systems zur Gewinnung und Verteilung erneuerbarer Energie in der Nordsee vorangetrieben wird.

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(jg)

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