Diese irre Botschaft soll der mutmaßliche Kindermörder Marcel H. im Internet verbreitet haben

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  • Der 19-jährige Marcel H. soll am Montag einen neunjährigen Jungen umgebracht haben
  • Derzeit ist der mutmaßliche Mörder noch auf der Flucht
  • Im Video oben: Eltern schildern, wie der Kindsmörder den Jungen zu sich lockte
  • Unbekannte veröffentlichen derweil im Internet Botschaften, die auf einen weiteren Mord von H. hindeuten

Der mutmaßliche Mörder eines Neunjährigen aus Herne ist weiter auf der Flucht. Marcel H. soll am Montagabend einen Nachbarsjungen ermordet haben. Seitdem sucht die Polizei den 19-Jährigen bundesweit - bisher erfolglos. Auch das Motiv der Tat ist weiter völlig unklar.

Brisant: Marcel H. - oder Personen, die sich für ihn ausgeben - verbreiten über das Internet morbide Botschaften.

Am Dienstag tauchten Posts im Internet auf, die von Marcel H. selbst stammen sollen. Der unbekannte Nutzer prahlt, einen weiteren Mord begangen zu haben, diesmal an einer Frau.

Das Erschütternde: Ein Foto zeigt den Fuß des mutmaßlichen Täters auf einem Körper, der mit mehreren Stich- und Schnittwunden übersät zu sein scheint. Darauf liegt wiederum ein Blatt Papier mit einer Botschaft: "2k16+3-2" (für 2017), "1pm, 7, March" (13 Uhr, 7. März) sowie der Name "Marcel", geschrieben in der japanischen Schriftart Katakana.

botschaft

Zeitstempel dieser Art werden in anonymen Foren dazu verwendet, um zu beweisen, dass ein Foto echt ist und nicht aus dem Netz geklaut wurde.

Der Nutzer, der das Foto hochgeladen hat, kommentierte: "Ich habe mich in die Hand geschnitten, als ich das 120-Kilo-Biest bekämpfte. Sie leistete mehr Widerstand als das Kind."

Polizei bestätigte zweiten mutmaßlichen Mord bisher nicht

Auf Nachfragen anderer Nutzer erklärte der vorgebliche Marcel H., dass er sich in der Wohnung seines zweiten Opfers aufhalte und dessen Internetzugang nutze.

Laut Polizei haben sich diese Hinweise, "wonach der Täter eine Frau in seine Gewalt gebracht, gefoltert und ermordet haben soll, bislang nicht bestätigt".

Allerdings könnten sie auch "nicht ausgeschlossen" werden.

Dass die Beamten diese Botschaften als durchaus plausibel erachten zeigt auch der jüngste Aufruf: "Wer kann Angaben zu einem Mann machen, der sich am Abend des 6. März oder an den darauffolgenden Tagen in einem Krankenhaus, Apotheke oder bei einem Arzt wegen einer Verletzung an der rechten Hand hat behandeln lassen?"

Whatsapp-Nachrichten über die Ermordung des Neunjährigen

Bereits kurz nach der Tat soll Marcel H. Fotos und Kurznachrichten vom Tatort per Whatsapp an einen Freund gesendet haben. "Ein Freund von mir wollte seinen Selbstmord planen", schrieb der unbekannte Nutzer laut "Vice".

"Aber dann hat er das Kind der Nachbarn umgebracht, weil er seinen Selbstmordversuch versaut hat." Der Unbekannte postete mehrere Screenshots von der vermeintlichen Unterhaltung mit Marcel H.

Auch ein Selfie des Täters mit dem augenscheinlich schon toten Opfer soll der Unbekannte veröffentlicht haben. Gegenüber "Vice" hat die Polizei die Echtheit des Chats bestätigt.

Mehr zum Thema: Mord an Neunjährigem in Herne: Eltern schildern, wie der mutmaßliche Kindsmörder den Jungen zu sich lockte

Öffentliche Fahndung

Marcel H. soll Kampfsportler sein. Laut Polizei ist unklar, ob er darüber hinaus bewaffnet ist. Auf die Frage, ob der Mann für die Bevölkerung gefährlich sei, sagte ein Polizeisprecher: "Ausschließen können wir das nicht."

Der 19-Jährige wird als rund 1,75 Meter groß, blond und sehr schlank beschrieben. Zudem sei er Brillenträger und trage Tarnkleidung.

Die Polizei bittet in einer Mitteilung Menschen, die den Mann erkennen, ihn nicht anzusprechen, sondern umgehend den Polizei-Notruf zu wählen.

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