POLITIK
09/03/2017 07:52 CET | Aktualisiert 09/03/2017 10:15 CET

SPD-Frau Kraft macht bei "Maischberger" Kampfansage – sofort wünscht sie sich, sie hätte den Mund gehalten

  • Bei "Maischberger" hat SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine Kampfansage gemacht

  • Die SPD wolle die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen verbieten

  • Ihr Gegenüber von der CDU entlarvte eine kleine Heuchelei der Sozialdemokraten schonungslos

  • Die Szene seht ihr oben im Video

Man könnte meinen: Für die SPD läuft derzeit alles nach Plan. Kanzlerkandidat Martin Schulz führt seine Partei von Umfrageerfolg zu Umfrageerfolg.

In Nordrhein-Westfalen ist die Lage derweil ein wenig schwieriger: Hier muss die SPD kämpfen. Denn ein rot-rot-grünes Bündnis hat in dem Bundesland, das im Mai wählt, derzeit keine Mehrheit.

Spitzenkandidatin Hannelore Kraft wollte in der ARD-Talkrunde "Maischberger“ daher für ihre Partei werben. Das gelang ihr gut – bis Kraft ein folgenschwerer Fehler unterlief.

Kraft sagt Befristung den Kampf an

Moderatorin Sandra Maischberger sprach einen Kernpunkt in der Agenda von Martin Schulz an: den Kampf gegen befristete Arbeitsverträge.

Und Kraft ließ sich hinreißen: "Ich halte das für extrem wichtig. (...) Ich stelle fest, dass sehr viele junge Menschen nur noch mit befristeten Arbeitsverhältnissen (...) abgespeist werden. (...) Da müssen wir ran!“ Ihre Forderung: "Die sachgrundlosen Befristungen müssen abgeschafft werden."

CDU-Vize Brinkhaus kontert geschickt

CDU-Mann Ralph Brinkhaus nutzte die Worte Krafts als Steilvorlage. Er konterte: "Da schlag ich am Samstag meine Lokalzeitung auf, seh’ da ’ne Stellenanzeige von Herrn Walter-Borjans (NRW-Finanzminister der SPD, d. Red.), wo er fünfzig Stellen ausschreibt, die auf genau ein Jahr befristet sind."

"Warum verlangen wir denn von der Industrie Dinge, die wir selbst nicht machen“, fragte der CDU-Politiker Kraft.

Die geriet ins Rotieren und wollte sich nicht so einfach der Heuchelei bloßstellen lassen: Doch ihre Erklärungen blieben wenig überzeugend. Man müsse prüfen, ob die Leute wirklich geeignet seien, es gehe um komplexe Tätigkeiten, eine Befristung sei so zu rechtfertigen.

Der Unionsfraktionsvize, der die befristete Anstellung ebenfalls grundsätzlich kritisierte, blieb bescheidener. "Wenn der Staat jetzt sagen würde, dass das nicht mehr erlaubt ist, würde das nicht heißen, dass diese Arbeitsplätze jetzt eins zu eins in volle Arbeitsplätze umgewandelt werden.“

Er rief seiner SPD-Konkurrentin zu: "Lassen Sie uns in NRW vorangehen!“ Kraft wird sich da bereits gewünscht haben, das Thema nicht angesprochen zu haben.

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(bp)

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