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09/03/2017 13:16 CET | Aktualisiert 09/03/2017 18:48 CET

Nach Kindsmord in Herne: Was wir wissen und welche Fragen offen sind

  • Über den Kindsmord in Herne gibt es bereits einige Erkenntnisse, wie ihr oben im Video sehen könnt

  • Der tatverdächtige 19-jährige Marcel H. ist immer noch auf der Flucht

  • Für die Öffentlichkeit sind einige Fragen offen - zum Motiv und zur Arbeit der Polizei

Nachdem der neunjährige Jaden in Herne bei Bochum getötet aufgefunden worden ist, fahndet die Polizei mit Hochdruck nach dem mutmaßlichen Mörder. Hinweise zu Marcel H. gehen aus ganz Deutschland ein, Großeinsätze schrecken die Bevölkerung auf.

Eine vielversprechende Spur gibt es laut Polizei zunächst nicht.

Was wir über die Tat wissen

Jaden (9) wurde am Montagabend in Herne erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. (19) gefunden. Der Junge ist laut Obduktion mit mehreren Messerstichen getötet worden.

Der Polizei liegen im Internet verbreitete Fotos vor, die Marcel H. blutverschmiert neben dem Kind zeigen. Die Aufnahmen machen selbst Ermittler fassungslos.

Nach Angaben des Anwalts von Jadens Familie, Reinhard Peters, lockte H. den Jungen unter einem Vorwand zu sich herüber. H. soll gefragt haben, ob Jaden eine Leiter halten könne.

Mehr zu der schockierenden Tat: Eltern schildern, wie der mutmaßliche Kindsmörder den Jungen zu sich lockte

Wie die Tat entdeckt wurde

Ein bislang unbekannter Internet-Nutzer sah die Bilder im Netz und verständigte die Polizei. Einsatzkräfte drangen in das Haus von Marcel H. ein und fanden den getöteten Jungen.

Fast zeitgleich traf am Tatort der Stiefvater ein, der nach Angaben des Anwalts nach Jaden gesucht hatte. H. fanden die Beamten nicht.

Was wir über Marcel H. wissen

Die Polizei stuft Marcel H. als gefährlich ein. Der 19-Jährige hat den Ermittlern zufolge weitere Taten angedeutet. Zeugen sollen ihn nicht ansprechen, sondern den Notruf wählen.

H. ist Brillenträger, hat kurze Haare, ist schlank und etwa 1,75 Meter groß.

Das wurde über die Fahndung öffentlich

Die Behörden fahnden bundesweit nach Marcel H. und gehen mehreren hundert Hinweisen aus ganz Deutschland nach. Die Ermittlungen laufen bei der Polizei in Dortmund zusammen.

In Mönchengladbach durchsuchten Einsatzkräfte am Donnerstag ein Krankenhaus, auch in Herne, Wetter (Ruhr) und im Siegerland gab es Großeinsätze. Die Polizei setzte Hubschrauber, Wärmebildkameras und Hunde ein und hat eine Hotline geschaltet.

Mehr zum Thema: Polizeieinsatz in Mönchengladbach: Zeugin will Kindermörder von Herne in Klinik gesehen haben

Am Donnerstag veröffentlichten die Ermittler das Foto eines Hundes und fragten, wer Angaben zu dessen Besitzer machen könne. Im Zuge der Ermittlungen gab es auch einen Einsatz bei der Rockergruppe "Bandidos" in Herne.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll die Polizei befürchtet haben, dass die Mitglieder Selbstjustiz an dem Mörder des Jungen verüben. Entsprechendes schrieben die Bandidos später auch in einem Facebook-Post.

Der Stiefvater des Opfers soll der Rockergruppe dem Zeitungsbericht zufolge nahestehen.

Doch manche Fragen bleiben bisher für Außenstehende unbeantwortet.

Was war das Motiv des Täters?

Der mutmaßliche Kindermörder H. ist der Polizei vor der Tat nicht strafrechtlich aufgefallen. Die Polizei beschreibt ihn als Einzelgänger.

Er hat den Angaben zufolge auch Gedanken an einen Suizid angedeutet. Doch was den 19-Jährigen getrieben haben könnte - so er der Mörder ist -, wollen die Ermittler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Warum ist der Polizei das Hunde-Bild wichtig?

herne

Wo könnte sich Marcel H. aufhalten? Laut Polizei gibt es bis Donnerstagmittag keine entscheidende Spur. Die Ermittler vermuten, dass er Tarnkleidung tragen und an der Hand verletzt sein könnte.

Im Internet tauchen den Angaben zufolge immer wieder Bilder auf, die den 19-Jährigen auf seiner Flucht zeigen sollen. Die Polizei erhofft sich Hinweise zu dem Foto des Hundes - warum, sagen die Ermittler nicht.

Mehr zu dem Polizeiaufruf erfahrt ihr hier: Mord an Neunjährigem in Herne: Dieser Hund könnte zum Täter führen

Zu dem Einsatz bei den "Bandidos" am Dienstag nennt die Polizei ebenfalls keine Details. Die "Bandidos Herne East" kritisieren bei Facebook den Polizeieinsatz an ihrem Clubhaus und werfen den Ermittlern vor, falsche Schwerpunkte zu setzen.

Gab es noch ein weiteres Opfer?

botschaft

Unklar ist, ob es möglicherweise ein weiteres Opfer gibt. Die Polizei prüft entsprechende Hinweise.

Ein User hat sich laut Polizei in einem Internet-Chat als der Kindermörder vorgestellt. Er soll dort beschrieben haben, wie er eine Frau überwältigt habe, um an Daten für einen Bankzugang sowie Computer und Telefon zu kommen. In dem von der Polizei veröffentlichen Chat-Text beschreibt der User, wie er ein "120 kg Biest bekämpft" habe.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine Falschmeldung handelt, aber die Gefahrenlage macht es nötig, das ernst zu nehmen", sagen die Ermittler laut dem Nachrichtenportal "RP Online".

Mehr über die schockierende Nachricht: Diese irre Botschaft soll der mutmaßliche Kindermörder Marcel H. im Internet verbreitet haben

(sk)

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