Augenzeuge von der Axt-Attacke in Düsseldorf: "Ich habe mich vor die Kinder gestellt"

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DUESSELDORF
Augenzeugen berichten über die Axt-Attacke | Alexander Scheuber via Getty Images
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  • Am Donnerstagabend hat ein Mann neun Menschen in Düsseldorf mit einer Axt verletzt
  • Augenzeugen schildern die dramatischen Szenen

Hauptbahnhof Düsseldorf, um 20.50 Uhr am gestrigen Donnerstagabend. In der S-Bahn S28 zückt ein Mann ein Beil und beginnt, wahllos auf die Fahrgäste einzuschlagen.

Er verlässt den Zug und greift auf dem Bahnsteig und in der Bahnhofshalle weitere Passanten an. Sieben Menschen werden bei diesem Angriff verletzt, drei davon schwer. Der Täter wird festgenommen. Augenzeugen berichten von grausamen Szenen.

Gegenüber der "Rheinischen Post" berichtete der Zeuge Tobias Schneeberger aus Ratingen von der Tat. Er wartete mit seiner Freundin und vier Kindern gerade am Gleis 10 auf die S6.

Der Mann sei am Gleis 13 aus der S28 gestiegen. Er habe nicht südländisch, sondern eher deutsch ausgesehen. Sein Aussehen habe allerdings an einen Drogensüchtigen erinnert. Menschen hätte geschrien und seien weggelaufen, Taschen flogen umher. Die Züge der S-Bahn hätten dauerhaft ihr Horn erklingen lassen, "um den Täter zu irritieren."

"Ich habe mich vor die Kinder gestellt"

Aus der Bewegung der schreienden Menschen schloss Schneeberger, dass der Mann von Gleis 13 rüber auf Gleis 10 lief. Er selbst schob seine Freundin und seine Kinder in einen Aufzug.

"Ich habe mich vor die Kinder gestellt, damit sie den Mann nicht sehen.“ Mit dem Aufzug seien sie herunter gefahren und hätten dann den Bahnhof verlassen. Der Zeuge geht davon auf, dass der Täter von Gleis 10 runter in die Passage ging und vor dem Geschäft "Brezelbub" Menschen angriff.

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Die Polizei sperrt den Tatort an Gleis 13 im Düsseldorfer Hauptbahnhof ab

Der Zeuge Alexander Hölters berichtet der "Rheinische Post", dass er nicht viel sehen konnte. "Bin bloß auf dem Weg nach Hause am Hauptbahnhof durchgekommen und nachdem einige Leute eingestiegen waren, haben sich auf einmal alle auf den Boden geworfen und es ertönte eine Sirene.

Auf einem Nachbargleis gab es Tumult und als dann später die Gleise geräumt wurden, lagen unten in der Bahnhofshalle zwei Verletzte."

Klaus Kelle erzählt in einem Beitrag für "Focus Online", was er erlebte. Er sei mit einem ICE aus Süddeutschland auf Gleis 10 angekommen und wollte sich noch eine Zeitung in der Bahnhofsbuchhandlung holen.

"Das war ein Scheißgefühl"

"Etwa zwei Minuten danach begann die Panik: der ganze Hauptbahnhof in Bewegung, alle rennen Richtung Ausgang zur City, ein Mädchen ruft 'da schießt einer'. Er schreibt: "Das war ein Scheißgefühl."

Er lief mit der Masse In Richtung der belebten Graf-Adolf-Straße. Aus der Ferne seien Polizeisirenen zu hören gewesen, kurz darauf schwebte ein Hubschrauber über dem Zentrum.

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In der Passage liegen Gepäckstücke auf dem Boden verstreut

Der Täter wird von der Polizei gefasst. Er floh über das Gleisbett und sprang von einer Brücke. Dabei brach er sich mehrere Knochen und verlor offenbar das Bewusstsein. So fanden ihn die Polizisten, nahmen ihn fest und ließen ihn in ein Krankenhaus einliefern. Es handelt sich um einen 36-jährigen Mann aus Wuppertal, der aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt. Offenbar hat er psychische Probleme.

Das Beil hatte er immer noch bei sich.

(poc)

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