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08/03/2017 18:57 CET | Aktualisiert 08/03/2017 23:28 CET

Aktivistinnen projizieren Bild einer nackten Frau an AfD-Zentrale und US-Botschaft in Berlin

  • Feministinnen projizieren Bild einer nackten Frau auf die AfD-Zentrale und die US-Botschaft in Berlin

  • Sie senden eine deutliche Botschaft

In Berlin haben Feministinnen am Weltfrauentag in einer Nacht-und Nebelaktion eine klare Botschaft abgesetzt.

Sie haben an Gebäudewände der AfD-Zentrale und der US-Botschaft in Berlin die Zeichnung einer nackten Frau projiziert. Die Zeichnung zeigt die Frau mit gespreizten Beinen. Darunter steht: "Keep Your Agenda Out Of My Vagina" ("Bleib mit deiner Agenda aus meiner Vagina") geschrieben.

Wie die Berliner Zeitung "Der Tagesspiegel" berichtet, handelt es sich um eine feministische Gruppe, die sich "Team Vulvarella" nennt.

Auf Anfrage der Zeitung sagten sie: "Wir wollten zum Weltfrauentag eine klare Botschaft für das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung von Frauen weltweit senden."

Die Aktion hat kurz nach Mitternacht auf den 8. März stattgefunden. Von der Polizei wurden die Aktivistinnen dabei nicht gestört. An der AfD-Zentrale wurde die Zeichnung für etwa zehn Minuten projiziert - danach an der US-Botschaft, für gerade einmal fünf Minuten.

Von der Aktion hat die AfD nichts bemerkt

Die AfD habe von dieser ganzen Aktion nichts mitbekommen, sagte Karsten Woldeit, der Fraktionsvize der AfD-Berlin, der „Berliner Zeitung“. Außerdem erwähnte er, dass die AfD über die Social-Media-Kanäle zum Frauentag gratuliert habe.

Die umfangreiche Antwort der Feministen zitiert der „Tagesspiegel“ in seinem Beitrag: "Die AfD in Deutschland vertritt reaktionäre Frauenbilder und forderte jüngst gesetzlich verankerte 'umfangreiche Maßnahmen zur Hebung der Geburtenrate'. Der Kampf gegen Gleichstellung ist fester Bestandteil ihrer Politik. Diese überholte, unzeitgemäße Ideologie widerspricht unserem Bild von Freiheit und Selbstbestimmung."

Auch für die US-Regierung haben die Feministinnen eine klare Botschaft

Dass sie die Zeichnung auch an der US-Botschaft projiziert haben, begründen die Feministinnen gegenüber dem "Tagesspiegel" mit der "salonfähig gewordene Frauenfeindlichkeit der aktuellen US-Regierung".

Diese Frauenfeindlichkeit wird laut der Feministinnen-Gruppe insbesondere daran deutlich, dass die USA unter Trump „Gesundheitsorganisationen weltweit daran hindert, Beratung zur Familienplanung anzubieten, und somit in drastischem Umfang direkt in das Leben von Frauen und Mädchen eingreift."

Mehr zum Thema: Erst der Ganztagsjob macht die Frau zum Menschen

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(jg)

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