Tokio Hotel-Sänger Bill Kaulitz macht bei Markus Lanz ein trauriges Geständnis

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Die Hysterie unter deutschen Mädchen erinnerte an die Zeit der Beatles: Überall, wo die Band Tokio Hotel Mitte der 2000er-Jahre hinkam, warteten tausende schreiende Mädchen.

2010 wurde es dann still um die Band. Deutschlands damals wohl erfolgreichste Musiker zogen nach Los Angeles in die USA. Über die genauen Gründe wurde lange spekuliert - jetzt lüftete Bandleader Bill Kaulitz in der Sendung von Markus Lanz das Geheimnis (siehe auch im Video oben).

Und er sprach über die seine schlimmste Zeit seines Lebens. Es sei "jeden Tag Krieg" gewesen, sagte Kaulitz bei "Lanz".

Über Nacht zum Star

Zu Beginn der Sendung kündigte Lanz den Musiker geheimnisvoll an: "Unsere Sendung hat heute schon fast eine meteorologische Dimension. Wir werden über den Monsun sprechen, der im zarten Alter von 15 Jahren über diesen Mann gekommen ist."

Das war eine Anspielung auf Bill Kaulitz' Hit "Durch den Monsun", der vor zehn Jahren die Charts eroberte.

Kaulitz erzählte bei "Lanz" in der Folge dann auch, was für ein Unwetter damals über ihn und seine Band kam. 2001 gründete er mit zehn Jahren die Gruppe. Fünf Jahre später wurde er über Nacht zum umschwärmten Star.

Kaulitz sagt heute, er habe damals auch Angst gehabt. Das Fürchten kam ihm zum Beispiel, als Tokio Hotel kurz nach der Veröffentlichung von "Durch den Monsun" auf einer kleinen Dorfbühne aufgetreten ist. Zahlreiche Fans erschienen in völliger Hysterie - und warfen sogar Autoscheiben ein. Die Security musste Tokio Hotel aus dem Ort evakuieren.

"Wir haben uns ein Gefängnis gebaut"

Kaulitz war damals 15 Jahre alt.

Wenig später zog Kaulitz von Zuhause aus und mietete sich mit seinem ersten Vorschuss ein Loft. Doch das Leben als Musikstar hatte seinen Preis: Er und sein Zwillingsbruder Tom mussten sich immer mehr von den aufdringlichen Fans abschotten. "Wir haben uns unser kleines Gefängnis gebaut." Gemeint ist eine Villa nahe Hamburg, in die sich die Brüder damals einmieteten.

Die Fans belagerten Kaulitz – und legten Feuer

Tag und Nacht campierten fanatische Tokio Hotel-Anhänger vor dem Haus. Die Brüder mussten sich hinter zwei Meter hohen Zäunen und blickdichten Vorhängen verschanzen. Security riegelte das Grundstück ab. Vor dem Gebäude campierten die Fans, legten Feuer.

"Immer, wenn wir irgendwo reingekommen sind, wurde zuerst gecheckt: Gibt es Vorhänge, sind die blickdicht, kann man die zumachen?" Schon bald kam es zum ersten Einbruch und dem Diebstahl von Unterwäsche. Kaulitz realisierte, dass die Situation so extrem war, dass er trotz all des Erfolges stark in seiner Freiheit eingeschränkt wurde. Dass er keine Privatsphäre mehr hatte.

Dann wurde es den Zwillingen zu viel. Sie flüchteten mit den Eltern und fünf Hunden ins ferne L.A., wo sie noch heute leben. "Wir haben uns so gerettet“, sagte Kaulitz.

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(ks)

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