Hitler-Verharmlosung: "Wall Street Journal" entlarvt AfD-Mann Höcke der Lüge

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BJOERN HOECKE
Hitler-Verharmlosung: "Wall Street Journal" entlarvt AfD-Mann Höcke der Lüge | Axel Schmidt / Reuters
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  • Das "Wall Street Journal" hat Mitschnitte aus dem Skandal-Interview mit Björn Höcke veröffentlicht
  • Sie entlarven den AfD-Politiker der Lüge
  • Höcke hatte abgestritten, Hitler verharmlost zu haben

AfD-Politiker Björn Höcke reitet sich weiter in die Krise. Denn nun hat die US-Tageszeitung "Wall Street Journal“ ihn der Lüge entlarvt. Björn Höcke hatte geleugnet, die Taten Adolf Hitlers in einem Interview mit der Zeitung verharmlost zu haben.

Jetzt veröffentlichte das "Wall Street Journal“ Mitschnitte aus dem Gespräch. Sie zeigen: Die Vorwürfe gegen Höcke sind berechtigt.

Höcke hatte in dem Interview im Januar erklärt, er halte Hitler nicht für das "absolut Böse“. Die Mittschnitte liegen als Tondateien und Abschriften vor.

Höcke sagte demnach im Wortlaut: "Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt. Wir wissen aber natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und kein Weiß gibt. Und dass es viele Grautöne gibt.“

Auch versuchte der AfD-Politiker offenbar, die Hauptschuld Deutschlands im Zweiten Weltkrieg abzustreiten. Die US-Zeitung zitiert ihn: "Es gibt viele Quellen, die darauf schließen lassen, wenn man es interpretiert, dass dieser 2. Weltkrieg nicht unbedingt zum 2. Weltkrieg – Betonung auf Weltkrieg – hätte werden müssen, wenn nicht auch interessierte Mächte am Werke gewesen wären, die diesen Krieg eskaliert haben.“

Höckes politische Karriere hängt am seidenen Faden

Mit der Aussage konfrontiert, hatte Höcke vor der Veröffentlichung der Originaldatei mitgeteilt, seine Worte seien "aus einem komplexen Zusammenhang gerissen worden“. Welchen komplexeren Kontext er meint, ist jedoch nicht zu erkennen.

Für Höcke könnte die Bloßstellung das Ende seiner politischen Karriere bedeuten. Ein Ausschluss des rechten Hardliners aus der AfD wird seit dessen Skandal-Rede in Dresden diskutiert.

AfD-Bundesvorstand Dirk Driesang drohte bereits vor der "WSJ“-Enthüllung: "Sollte der Journalist die Bandaufnahme veröffentlichen, dann wissen wir genau, was wirklich im Interview gesagt wurde. Anschließend könnte man entscheiden, wie damit zu verfahren wäre, beziehungsweise was gegebenenfalls daraus folgt.“

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(lm)