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07/03/2017 17:17 CET | Aktualisiert 08/03/2017 00:56 CET

Wikileaks-Enthüllungen: CIA-Hacker sollen auch von Frankfurt aus spionieren

Thomas Lohnes via Getty Images
Wikileaks-Enthüllungen: CIA-Mitarbeiter sollen von Frankfurt aus spionieren

  • Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat tausende Dokumente über die Hacking-Methoden des US-Geheimdienstes CIA veröffentlicht

  • Laut den Dokumenten arbeiten CIA-Spione auch in Frankfurt am Main

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Dienstag tausende Dokumente veröffentlicht. Sie sollen vom Zentrum für Cyber-Aufklärung des US-Geheimdienstes CIA stammen und lassen sich auf der Wikileaks-Webseite aufrufen.

Sie scheinen einen spektakulären Einblick in vertrauliche Details der Cyberspionage-Aktivitäten der Behörde zu geben.

Die Veröffentlichung soll einen Überblick über das gesamte Arsenal von Hacking-Methoden der CIA geben, heißt es in einer Pressemitteilung von Wikileaks: Schadsoftware, Viren, Trojaner und das gezielte Ausnutzen von Schwachstellen in Systemen (sogenannte Zero-Day-Exploits).

Die CIA in Frankfurt

Die Hacker der CIA sollen laut Wikileaks in der Zentrale in Langley im US-Bundesstaat Virginia arbeiten. Wie das Nachrichten-Portal "Spiegel Online" berichtet, zeigen geleakte Dokumente aber auch, dass CIA-Mitarbeiter ebenso in Deutschland tätig sind.

Sie sollen im Generalkonsulat der USA in Frankfurt am Main in der Gießener Straße untergebracht sein. Ein Dokument mit dem Titel "EDG Familiarization TDY" stellt eine Art Einführung eines CIA-Mitarbeiters für seine Dienstreise nach Frankfurt dar.

So wird dem Mitarbeiter hier empfohlen, sich eine "Vertuschungsgeschichte" für die Reise auszudenken - und den kostenfreien Alkohol in Lufthansa-Maschinen zu genießen.

Das Dokument gibt auch an, dass der adressierte Mitarbeiter in einer "Sensitive Compartmented Information Facility" (SCIF) untergebracht sei. Das heißt: In einem Gebäude, das nur Mitarbeitern der CIA und anderer US-Geheimdienste offen stehe. Ihre Identität als Geheimdienst-Mitarbeiter sollten die Personen von den anderen Mitarbeitern des Außenministeriums im Konsulat verbergen, wird ihnen in dem Schreiben empfohlen.

Mehr zum Thema: Putins Abteilung Cyber-Attacke: So arbeitet Russlands gefürchtete Hacker-Gruppe APT28

CIA hat ihre "eigene NSA" gebildet

Die Pressemitteilung von Wikileaks behauptet, dass sich die CIA mittlerweile von der Kontrolle bei Hacking-Operationen durch den US-Auslandsgeheimdienst NSA befreit und ihre "eigene NSA" gebildet habe.

Ob die Dokumente authentisch sind, konnte die Nachrichtenagentur AP zunächst nicht überprüfen. Die CIA äußerte sich auf mehrfache Anfragen zunächst nicht. In der Pressemitteilung von Wikileaks heißt es, die Dokumente würden von einer anonymen Quelle stammen.

Möglicherweise ein weiterer schwerer Schlag gegen die US-Geheimdienste

Der Experte Jake Williams, Gründer von Rendition Infosec, der das Konvolut sichtete, sagte der AP, die Dokumente erschienen echt. Sollte dies so sein, hätten Wikileaks und seine Partner den US-Geheimdiensten einen weiteren schweren Schlag versetzt. In der Vergangenheit gelangten so bereits wiederholt große Mengen geheimen Materials an die Öffentlichkeit.

Wie "Spiegel Online" berichtet, habe Wikileaks dieses Mal seine Strategie zur Veröffentlichung geändert. So finden sich diesmal keine Namen von CIA-Mitarbeitern in den Dokumenten. Zuvor hatte Wikileaks sein Material stets ohne jegliche Änderungen veröffentlicht.

Mit Material der dpa.

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(jg)

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