LIFESTYLE
07/03/2017 15:42 CET | Aktualisiert 07/03/2017 16:15 CET

Die Techniker Krankenkasse verteidigt Homöopathie – und wird dafür wüst beschmipft

iStock/Twitter
Die Diskussion um Homöopathie polarisiert.

Die Diskussion um Homöopathie und Schulmedizin beschäftigt Internetnutzer schon eine ganze Weile.

Neu entfacht wurde die polarisierende Debatte nun durch einen Tweet der Techniker Krankenkasse (TK).

Es begann mit einer einfachen Frage des Twitter-Nutzers Oliver Scheele aka IlloSZ. Darin schrieb er, an die Krankenkasse gerichtet: "Können Sie mir als Versichertem saubere, wissenschaftliche Studien nennen, die die Wirksamkeit von Homöopathie belegen?"

Als Reaktion auf den Tweet erhielt die TK wütende Nachrichten

Eine Dienststelle der TK, die für den Telefonservice und die sozialen Netzwerke verantwortlich ist, antwortete dem Nutzer noch in derselben Nacht: "Können Sie uns saubere, wissenschaftliche Studien nennen, die die Nicht-Wirksamkeit von Homöopathie belegen?"

Was er damit auslösen würde, dürfte dem betreffenden TK-Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen sein.

Denn als Reaktion auf den Tweet erhielt die TK unzählige empörte Antworten. Die Bezeichnung Shitstorm ist an dieser Stelle keineswegs übertrieben.

Grund der zahlreichen Kommentare: Viele Nutzer kritisieren nicht nur, dass die Techniker Krankenkasse Homöopathie finanziert, wodurch es, so der Vorwurf, an Geld für schulmedizinische Behandlungen fehle.

"Unfassbar schlechtes Verständnis von Wissenschaft"

Die gesetzliche Krankenkasse finanziere außerdem Behandlungsmethoden, denen es an wissenschaftlichen Beweisen fehle, sagen die Kritiker.

"Verantwortungslose Gesundheitspolitik" und ein "unfassbar schlechtes Verständnis von Wissenschaft" sind nur ein paar der Vorwürfe, mit denen sich seit den frühen Morgenstunden die Social-Media-Beauftragten bei der TK auseinandersetzen müssen.

Michael Ihly, Pressesprecher der Techniker Krankenkasse, weist die Vorwürfe der Twitter-Nutzer von sich. Auf Nachfrage der Huffington Post sagte er: "Wir wissen, dass viele Versicherte sich ein solches Angebot wünschen, als Ergänzung zur Schulmedizin."

Das Angebot der Techniker Krankenkasse schließe das Bezahlen von komplementärmedizinischen Behandlungen nicht aus. Es sei lediglich ein Zusatzangebot, das die Versicherten optional in Anspruch nehmen könnten.

Es gehöre zum gesetzlichen Auftrag der Krankenkasse, auch besondere Therapieformen zu fördern und anzubieten, rechtfertigt sich die Krankenkasse auf Twitter weiter.

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"Wir nehmen diese Wünsche eben ernst und setzten das im Rahmen einer Zusatzleistung um", sagte Ihly. "Die Behandlung selbst erfolgt aber immer durch Vertragsärzte, nicht durch Heilpraktiker oder andere Therapeuten."

Dennoch: Die Tweets der TK haben die schon länger schwelende Debatte um die Vertrauenswürdigkeit von Homöopathie weiter angefacht.

Die Techniker Krankenkasse versucht sich nun in Schadensbegrenzung. "Ja, unser Tweet von heute Nacht war nicht gut", beruhigt sie auf Twitter. "Wir können Eure Aufregung verstehen, aber bitte gebt uns etwas Zeit, mit den für diese Leistung Verantwortlichen zu sprechen."

In einem weiteren Tweet räumte die TK ein, Homöopathie sei ein kontrovers diskutiertes Thema sei - auch intern.

Nach diesem öffentlichen Fauxpas wolle man sich mit den Verantwortlichen zusammensetzen und das Thema aufarbeiten, so Ihly. "Doch wegen eines Fehlers wie diesem wird bei uns niemand gefeuert“, sagte er der Huffington Post.

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(lk/sk)

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