Türkischer Außenminister wütet in Hamburg gegen Deutschland: "Wir knien uns nur vor Gott nieder"

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CAVUSOGLU
Türkischer Außenminister hetzt in Hamburg gegen Deutschland: "Wir knien uns nur vor Gott nieder" | dpa
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  • Der türkische Außenminister Cavusoglu ist am Dienstag in Hamburg bei einer Rede auf Konfrontationskurs zu Deutschland gegangen
  • Er unterstellte Deutschland eine "systematische Gegnerschaft zur Türkei"

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu ist am Dienstag in Hamburg in der Residenz des türkischen Generalkonsuls aufgetreten. Der ursprünglich für den Auftritt vorgesehene Saal in Hamburg-Wilhelmsburg war wegen Brandschutzmängeln gesperrt worden.

Cavusoglu sprach vom Balkon der Residenz aus zu AKP-Anhängern. Der Außenminister beschwerte sich zu Beginn, dass er die Rede hier halten musste. Dann ging er auf Konfrontationskurs zu Deutschland:

"Wir knien uns nur vor Gott nieder, sonst vor niemanden. Deswegen sagen wir zu Deutschland nur eines: Bitte kehrt ab von diesen falschen Verhaltensweisen. Der Druck, der hier vollzogen wird, wird von der Polizei und dem Bundeskriminalamt ausgeübt", sagte Cavusoglu laut einer Simultandolmetscherin des Fernsehsenders ntv.

"Hört auf, uns Lektionen zu erteilen"

Direkt an Deutschland sagte er noch einmal: "Hört auf, uns Lektionen in Sachen Menschenrechte und Demokratie zu erteilen." Er warf der Bundesrepublik eine "systematische Gegnerschaft zur Türkei" vor.

"Der Druck, der gegen die türkische Bevölkerung in Deutschland gemacht wird, ist nicht akzeptabel. Das tut man einem Freund nicht an", sagte Cavusoglu. Er warf Deutschland "systematische Propaganda gegen unsere Veranstaltungen" vor.

Dann kam Cavusoglu auf das geplante Referendum zu sprechen, in dem über die Einführung des umstrittenen Präsidialsystems in der Türkei abgestimmt werden soll. "Sie können sich da nicht einmischen. Kein Land kann sich bei einem Referendum eines anderen Landes einmischen. Das ist nicht demokratisch", sagte der Außenminister.

"Wir unterscheiden nicht zwischen Menschen"

Cavusoglu verteidigte die Türkei auch gegen Kritik. Weltweit leiste nur die USA mehr humanitäre Hilfe in der Welt als die Türkei, wenn man die Hilfe im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt setze. Die AKP-Anhänger jubelten an dieser Stelle lautstark. "Wir unterscheiden nicht zwischen Menschen", sagte Cavusoglu.

Schon bevor der Politiker am Dienstagabend um 19.05 Uhr seine Rede im Stadtteil Uhlenhorst begann, hatten sich dort nach Polizeiangaben 250 Gegendemonstranten, 350 Sympathisanten der türkischen Regierungspartei AKP und 850 Einsatzkräfte der Polizei versammelt.

Cavusoglu soll am Mittwoch den deutschen Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) treffen. Nach den Absagen von Auftritten türkischer Minister in Deutschland und giftigen Kommentaren aus Ankara ist das deutsch-türkische Verhältnis stark angespannt. Mit seiner Rede in Hamburg hat Cavusoglu die Stimmung vor dem Krisentreffen noch einmal angeheizt.

Mit Material der dpa.

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(jg)

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