Das Weiße Haus als PR-Abteilung - so peinlich biedert sich Trump einem Öl-Riesen an

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DONALD TRUMP
Donald Trump freut die Expansion von Exxon Mobile | Screenshot/WH
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  • Das Ölunternehmen Exxon Mobile hat ein Milliardeninvestment und mehrerer zehntausende Jobs angekündigt
  • US-Präsident Trump lobt deshalb den Öl-Riesen
  • Die außergewöhnliche Nähe ist augenfällig, war doch Trumps Außenminister bis Dezember Exxon Mobile-Geschäftsführer

Ein Satz aus dem Pressemitteilungs-Einmaleins: "Exxon Mobil investiert strategisch in neue Raffinerien und Chemiewerke an der US-Golfküste, um seine Herstellungs- und Export-Kapazitäten zu erhöhen."

Das Problem: Nicht nur der Satz, gleich ein ganzer Abschnitt über die Vorhaben des Öl-Riesen steht in einer am Montag veröffentlichten offiziellen Verlautbarung des Weißen Hauses - direkt übernommen aus einer PR-Mitteilung von Exxon Mobile.

Und: Auch US-Präsident Donald Trump lobte die Milliarden-Investition von Exxon Mobile und die entstehenden Arbeitsplätze. Überschwänglich twittert er in der vergangenen Nacht: "Danke an Exxon Mobile für ihr 20 Milliarden US-Dollar Investment, das mehr als 45.000 Jobs in der Herstellung und im Bau in den USA schafft!"

In insgesamt fünf Tweets rühmte Trump das Vorgehen des Öl-Riesen, das aus seiner Sicht nur aufgrund der eigenen Wirtschaftspolitik möglich geworden sei. Allerdings existieren vergleichbare Pläne mindestens seit November 2016.

Besonders anbiedernd ist sein Videostatement über das "großartige Unternehmen": "Wir arbeiten wirklich gut, ich möchte jedem danken und ich möchte Exxon Mobile sehr danken - ein besonderes Unternehmen, besondere Leute."

Trumps Werbesendung hat auch deshalb einen faden Beigeschmack, weil Außenminister Rex Tillerson bis Dezember 2016 Geschäftsführer von Exxon Mobile war. Seit 1975 war er für das Öl-Unternehmen tätig.

Zwar wurden laut Exxon Mobile jegliche finanzielle Verbindungen gekappt, doch die Lobpreisungen des Präsidenten sprechen ein anderes Bild.

Sie symbolisieren Trumps spezielles Verhältnis zu Wirtschaftseliten. Es ist anzunehmen, dass es daher nicht die letzte PR-Aktion gewesen sein wird.

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