Sie hatte einen völlig normalen Job und ist mit 31 Jahren schon Millionärin - so hat sie es geschafft

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Nie mehr arbeiten, nur noch reisen, Kinder aufziehen und in den Tag hinein leben. Das ist der Traum unzähliger Menschen, die sich Montag morgen müde ins Büro schleppen.

Die Kanadierin Kristy Shen hat sich diesen Traum erfüllt – ohne ein großes Vermögen geerbt oder im Lotto gewonnen zu haben, dafür mit einer Million Dollar auf dem Konto.

Die junge Frau bezeichnet sich selbst als jüngste Rentnerin Kanadas, seit sie 2015 mit nur 31 Jahren in Rente gegangen ist. Jetzt hat sie in einem Interview Bilanz gezogen, wie die ersten eineinhalb Jahre als junge Rentnerin für sie verlaufen sind und welchen Plan sie für die nächsten 50 Jahre verfolgen will.

Das Paar lebt von der Dividende ihres Portfolios

Das Wort Rente bedeute für sie, dass sie nicht mehr arbeiten müsse, weil sie genug passives Einkommen habe, um ihre Lebenshaltungskosten begleichen zu können, sagte Shen der amerikanischen Buchautorin und Bloggerin Farnoosh Torabi in einem Podcast.

Denn Shen und ihr Ehemann Bryce Leung haben jeden Cent gespart und in einem Aktien-Portfolio angelegt. Ihr Vermögen beläuft sich auf eine Million Dollar.

Das Paar plant, nur von der Dividende zu leben, die zwischen 3,4 und 2,5 Prozent beträgt – langfristig aber vier Prozent abwerfen soll. Dazu kommen noch Einnahmen durch die Blogs und Bücher, die Shen schreibt – was ihr so viel Spaß mache, dass sie es nicht als Arbeit betrachte, wie sie in dem Podcast sagt.

Ihr Finanzberater Garth Turner sagte dem kanadischen Fernsehsender "CTV News", er habe den beiden ein Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent aus festverzinslichen Anlagen empfohlen.

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Shen entschied sich dagegen, ein Haus zu kaufen

Die mutige Idee hatte das Paar allerdings erst, nachdem es mit einem ganz gewöhnlichen Plan gescheitert war: Shen und Leung wollten in ihrer Heimatstadt Toronto ein Haus kaufen und sparten jahrelang dafür.

Jedoch stiegen die Kaufpreise in der kanadischen Hauptstadt ebenso über die Jahre stark an und Shen sagte laut "CTV News": "Es war, als würde unser Ziel vor uns davonlaufen."

Sie begann zu hinterfragen, ob sie wirklich ein eigenes Haus brauchte und ob sie das angesparte Geld nicht besser anders investieren sollte.

Immerhin würden sie ein Eigenheim jahrelang abbezahlen müssen und wären mit der Immobilie und den Jobs an einen Ort – Toronto - gebunden, der hohe Lebenshaltungskosten mit sich bringt.

So entstand die Idee, das Geld lieber in ein Portfolio zu stecken – und unabhängig zu bleiben.

Geld sparen und unabhängig bleiben

Shen und Leung zogen in eine billigere Gegend innerhalb Torontos und begannen zu sparen: Sie kochten zuhause statt in Restaurants zu gehen und steckten jeden gesparten Cent in das Portfolio. Bis 2015 hatten sie eine Million Dollar angespart.

Dabei geholfen hat ihnen die Tatsache, dass beide ein duales Studium in Informatik absolviert haben. So mussten sie während des Studiums keine Schulden machen und konnten gleich nach dem Abschluss durch ihre Arbeitserfahrung in höheren Positionen einsteigen, die ihnen auch mehr Geld einbrachten.

Auch jetzt lebt das Paar eher bescheiden, um von der Dividende, also etwa 40.000 Dollar im Jahr, leben zu können. Dies ist laut Shen bisher möglich – das Paar hat es auch geschafft, mit dem Betrag ein Jahr lang die Welt zu bereisen.

Laut der Frührentnerin geht es eher um eine Umstellung des Lebensstils, als darum, einen guten Finanzplan zu entwickeln.

Sie sagte: "Ich denke nicht, dass ich etwas aufgegeben habe. Es geht mehr darum, flexibel zu sein und die Dinge zu priorisieren, auf die es wirklich ankommt. Ich meine, wir sind nicht darauf angewiesen, in Toronto zu leben. Wir sind nicht an einen Job gebunden."

Es lohnt sich, alle Ausgaben zu prüfen

Sie verweist auch auf die Zusatzkosten, die ein Job mit sich bringt. "Wie viel Geld müsst ihr für eure Bürokleidung ausgeben? Wie viel Geld müsst ihr für die Kinderbetreuung ausgeben? Viele erkennen nicht, dass die Lebenshaltungskosten sinken werden, weil alle mit der Arbeit verbundenen Kosten nach unten gehen."

Shen empfiehlt, alle Ausgaben immer genau zu prüfen. "Ich weiß, das ist nervig, aber man sollte sich fragen: Wofür gebe ich mein Geld aus? Kann ich meine Ausgaben in meinen festgesteckten Rahmen halten?"

Das Paar musste auch Kritik einstecken: Ein Hauskauf lohne sich durchaus, wenn man innerhalb seines Budgets bleibe, schreiben stolze Hausbesitzer.

Immerhin konnte das Paar aber seine Eltern beruhigen, die noch vor zwei Jahren mit Entsetzen auf die Renten-Pläne von Shen und Leung reagiert hätten. "Mittlerweile sind sie stolz auf uns", sagte Shen.

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(lk)