POLITIK
06/03/2017 17:35 CET | Aktualisiert 06/03/2017 22:01 CET

Was Björn Höcke einer US-Zeitung über Hitler erzählt, zeigt, wie verzweifelt die AfD ist

Hannibal Hanschke / Reuters
Was Björn Höcke einer US-Zeitung über Hitler erzählt, zeigt wie verzweifelt die AfD ist

  • Björn Höcke macht erschreckende Aussagen zu Adolf Hitler

  • Seine erneute rechte Entgleisung ist Teil einer verzweifelten Taktik der AfD

  • Eine Positionierung noch weiter rechtsaußen soll der Partei aus ihrem Umfragetief helfen

Björn Höcke schafft es einfach nicht, sich nicht wie ein Nazi-Sympathisant zu verhalten. Nur haarscharf ist er an einem Parteiaustritt und einer Anklage wegen Volksverhetzung vorbei geschrammt, nachdem er das Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnete.

Es wäre anzunehmen, dass der AfD-Politiker nach solchen Aussagen nun Vorsicht walten ließe. Aber nein, Höcke wäre nicht Höcke, wenn er nicht schon jetzt die nächste rechtsverdrehte Meinung zum Besten geben würde. Und so relativierte der Vorsitzende der AfD in Thüringen in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" die Verbrechen Adolf Hitlers.

"Das große Problem ist, dass Hitler als absolut böse dargestellt wird. Aber wir alle wissen natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und Weiß gibt."

Mehr zum Thema: Höcke will beweisen, dass er kein Rassist ist - was er dann tut, spricht für sich selbst

Antwort der AfD auf ihr Umfragetief: Noch weiter nach rechts

Höckes erneute Entgleisung zeigt, wie verzweifelt die AfD ist. Die Partei steckt in einem massiven Umfragetief, ihr droht ein einstelliges Wahlergebnis. Die Antwort auf die Krise der Partei: Ein Ruck noch weiter nach rechts?

Björn Höcke könnte bei dieser Vorgehensweise als Galionsfigur dienen. Er fischt für die AfD zumindest da in rechtsextremen Gewässern, wo es sich Frauke Petry und Co. nicht trauen.

Eine Verschleierungstaktik. Denn dass Petry selbst rechtes Gedankengut zu verbreiten mag, zeigen Aussagen aus Hambach vom Oktober vergangenen Jahres, die das "Wall Street Journal" zitiert. In diesen beschreibt Petry den deutschen Schulunterricht als unausgewogen.

Es sei für Schüler zwar wichtig, KZ-Gedenkstätten zu besuchen, aber es solle auf die gleiche Weise darüber informiert werden, "dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Amerikaner deutsche Kriegsgefangene in den Lagern der Rheinwiesen verhungern ließen.“

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(pb)

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