Daniela Schadt: "Zum Glück gibt es auch ein Privatleben"

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Daniela Schadt und Bundespräsident Joachim Gauck vor dem Schloss Bellevue

Mit einem Zapfenstreich wird Joachim Gauck (77, "Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen") am 17. März aus dem Amt des Bundespräsidenten verabschiedet. Sein Nachfolger Frank-Walter Steinmeier (61) tritt am 19. März offiziell sein neues Amt an. Gaucks Lebensgefährtin, die deutsche Journalistin Daniela Schadt (57), wird dann natürlich auch nicht mehr die deutsche First Lady sein.

Froh darüber, dass dieser Lebensabschnitt für sie endet, ist sie nicht. "Es wäre etwas falsch gelaufen, wenn man nach fünf Jahren sagen würde: Gott sei Dank, es ist vorüber", erzählt Schadt im Gespräch mit der "Welt am Sonntag". "Es sind durchaus gemischte Gefühle. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, auch weil ich Menschen vermissen werde, mit denen ich hier zusammenarbeite. [...] Aber so, wie es nun kommt, empfinde ich es als stimmig."

Mehr über Daniela Schadt und ihre Vorgängerinnen erfahren Sie in "Die Frauen der deutschen Bundespräsidenten"

Kein Privatleben?

Die Annahme, dass Schadt in den vergangenen Jahren quasi kein Privatleben gehabt habe, verneint sie: "Ganz so schlimm ist es ja nicht. Zum Glück gibt es auch ein Privatleben - sonst würde man so eine Aufgabe kaum bewältigen." Ihr Freiraum sei dabei natürlich größer als der des Bundespräsidenten und man stehe in so einer Position auch stärker unter Beobachtung als die meisten Menschen, "aber ich habe meine Beziehung zu Freunden und Verwandten stets aufrechterhalten". Außerhalb des offiziellen Programms könne sie sich problemlos frei bewegen.

Und das ist auch nötig, wäre bei Schadt und dem scheidenden Bundespräsidenten Gauck sonst doch Schmalhans Küchenmeister. "Sobald ich hier rausgehe, gehe ich meinem Leben nach, gehe auch einkaufen. Das werde ich nachher übrigens auch tun, sonst gäbe es nämlich nichts zum Abendessen. Ein großer Teil meines Lebens ist so, wie es vorher auch war. Vielleicht wird diese Umstellung für den Bundespräsidenten doch ein bisschen schwerer."

Was Schadt in Zukunft beruflich machen will, weiß sie noch nicht. "Ich war politische Journalistin. Und es wird wohl schwer, in diesen Beruf zurückzukehren, jedenfalls wäre eine Karenzzeit vonnöten. Ich werde sicher etwas machen, wo ich mich wie immer voll einbringen kann. Davon können Sie ausgehen."

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