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05/03/2017 15:10 CET | Aktualisiert 05/03/2017 15:31 CET

Werk in Mexiko bis 2019: Darum lässt sich der BMW-Chef nicht von Trumps Strafzöllen beirren

dpa
Werk in Mexiko bis 2019: Darum lässt sich der BMW-Chef nicht von Trumps Strafzöllen beirren

  • BMW-Chef Harald Krüger will weiterhin ein Werk in Mexiko errichten

  • US-Präsident Donald Trump hatte dem Konzern deswegen mit Strafzöllen gedroht

Der Chef des Automobil-Konzerns BMW, Harald Krüger, hält am Bau einer Fabrik in Mexiko fest, auch wenn US-Präsident Donald Trump dem Hersteller deswegen schon mit Strafzöllen gedroht hatte.

Im Interview mit der "Bild am Sonntag" sagt Krüger: "BMW hat einen fundamentalen Wettbewerbsvorteil: Wir können im Krisenfall bei der Produktion sehr flexibel reagieren, auf andere Standorte ausweichen. Das gilt für den 3er-BMW in Mexiko, der auch in München und China gebaut wird."

Heißt: Sollte Trump seine Drohung wahrmachen und BMW-Modelle aus Mexiko bei der Einfuhr in die USA mit Strafzöllen belegen, könnte der Konzern die Modelle ebenso in einem anderen Land produzieren lassen - und die Zölle so umgehen. Vorerst werde die Fabrik in Mexiko weitergebaut, 2019 soll sie fertig sein.

BMW hofft, das es anders kommt

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung im Januar hatte Trump Zölle von bis zu 35 Prozent ins Spiel gebracht. Der neue US-Präsident möchte das große US-Außenhandelsdefizit verringern, um so die eigene Wirtschaft zu stärken. Einen Erlass, um sich aus dem Handelsabkommen TPP zurückzuziehen, hat Trump bereits unterzeichnet.

Sollte sich BMW auch in Großbritannien durch den bevorstehenden Brexit mit höheren Zöllen konfrontiert sehen, sagt Krüger, könnten auch hier Produktionsstandorte gewechselt werden. "Dennoch hoffen wir natürlich, dass weder in den USA noch in Großbritannien die Situation wirklich so wird."

Mehr zum Thema: Nach Mexiko und China: Warum Deutschland in Trumps Visier gerät

"Trump kennt nicht alle Fakten"

Im Fall von Donald Trump glaubt Krüger, dass der US-Präsident nicht alle Fakten über das Engagement von BMW in den USA kenne. Der Autohersteller ist mittlerweile der größte Auto-Exporteur der USA.

Die Fabrik in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina sei das größte BMW-Werk weltweit. "Das heißt: Die USA profitieren vom freien Welthandel und von BMW", sagt Krüger.

Bisher habe es keine Kontakte zu neuen US-Regierung gegeben. "Das wird sich alles ergeben. In diesen Zeiten ist es vernünftig, die Entwicklung erst mal abzuwarten", sagt Krüger dazu.

In der deutschen Autobranche haben die Ankündigungen Trumps Sorgen hervorgerufen. "Wir nehmen die Äußerungen ernst", sagte der Chef des Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, Ende Januar.

Allerdings müsse sich erst noch zeigen, ob und wie die Abschottungspläne umgesetzt würden.

Mexiko ist für Autobauer von großer Bedeutung, weil sie von dort aus in der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta Fahrzeuge günstig herstellen und dann auf den US-Markt bringen können. Auch Volkswagen, Audi und Daimler produzieren im südlichen Nachbarland der USA.

Mit Material der dpa.

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(ks)