Anzahl der Obdachlosen in München ist dramatisch angestiegen

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Die Zahl der Menschen ohne Wohnung in München ist im Januar 2017 auf 7500 Menschen angestiegen | dpa
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  • Die Zahl der Menschen ohne Wohnung in München ist im Januar 2017 auf 7500 Menschen angestiegen
  • Im Vergleich zum März 2016 sind das 40 Prozent mehr

Der Zahl der Obdachlosen in der bayerischen Landeshauptstadt München steigt rasant an. Im Januar 2017 waren rund 7500 Menschen akut wohnungslos, sagte das Sozialreferat München auf Anfrage der Huffington Post.

Im März vergangenen Jahres seien noch 5400 Menschen ohne Wohnung gewesen. Das hatte die Münchner "Abendzeitung" ("AZ") damals berichtet. In nicht einmal einem Jahr ist die Anzahl der Menschen, die keine Bleibe haben, damit um knapp 40 Prozent gestiegen.

Blickt man auf einen längeren Zeitraum, wird die Dramatik der Entwicklung deutlich: Laut den Zahlen der "AZ" waren 2008 noch 2466 Menschen wohnungslos, innerhalb von weniger als zehn Jahren hat sich die Anzahl demnach verdreifacht.

Weniger Menschen leben auf der Straße

Nicht alle der 7500 Menschen schlafen auf der Straße. Die meisten werden von der Stadt in Herbergen, Notquartieren oder Einrichtungen von Verbänden untergebracht. Dazu zählen auch anerkannte Flüchtlinge, die aufgrund der Knappheit an Wohnraum in weiteren Unterkünften leben.

Die Zahl der Menschen, die tatsächlich auf der Straße leben, schätzt die Stadt auf 550. Ob diese Schätzung stimmt, möchte das Sozialreferat in diesem Jahr in einer Studie überprüfen lassen. Im Bericht der "AZ" war noch von 650 Obdachlosen die Rede, die ohne ein Dach auf dem Kopf. Zumindest in diesem Bereich ist die Zahl also zurückgegangen.

Das verschärft die Situation

Der Wohnraum in München ist knapp. Wie der Münchner "Merkur" berichtet, würden in der Landeshauptstadt zu wenig Neubauten entstehen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten bis 2020 gut 45.000 Wohnungen fehlen.

Hinzukommt, dass die Mieten stark ansteigen. 2016 klettern die Preise in Inseraten im ersten Halbjahr um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das verschärft die Situation in München.

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Mit Material der dpa.

(lp)

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