Französischer Präsidentschaftskandidat Fillon ruft Anhänger zum Widerstand auf

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FILLON
François Fillon, Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen | Patrick Aventurier via Getty Images
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  • In Frankreich geht der Wahlkampf in die entscheidende Phase
  • Der Konservative Fillon steht kurz vor dem Aus
  • Das könnte das Rennen um den Élysée-Palast entscheidend beeinflussen

Der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen, François Fillon, will trotz immer zahlreicherer Rufe nach seinem Rücktritt nicht aufgeben.

Der in der wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre unter Druck geratene Politiker rief seine Anhänger stattdessen zum Widerstand auf. Sie sollten am Sonntag in Paris für ihn demonstrieren. "Ich erwarte euch zahlreich, sehr zahlreich, um allen zu zeigen, was der Wille der Aktivisten Frankreichs ist", sagte Fillon in einer Videobotschaft.

Fillon steht zunehmend allein da

Sollte es sich Fillon doch noch anders überlegen, steht Ersatz bereit. Der frühere Premierminister Alain Juppé ließ am Freitag erkennen, dass er als Kandidat einspringen würde - und erhöhte damit den Druck weiter. Fillons Wahlkampf-Chef Patrick Stefanini und Kampagnen-Sprecher Thierry Solère kündigten ihren Rücktritt an, Medien sprachen von einem "Aderlass" bei den Unterstützern Fillons.

Nach Zählung der linksliberalen Zeitung "Libération" distanzierten sich bisher bereits mehr als 130 Politiker der konservativen Republikaner und ihrer Verbündeten von Fillon. Dessen Wahlkampf wird seit Wochen vom Verdacht belastet, er habe seiner Frau eine lukrative Scheinbeschäftigung auf Parlamentskosten verschafft.

Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Mittel. Auch in Umfragen war er abgerutscht und käme nach den derzeitigen Prognosen nicht in die entscheidende Stichwahl.

Austritt Fillons würde Wahlkampf völlig verändern

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl steht am 23. April an. Wegen der hohen Umfragewerte der Rechtspopulistin Marine Le Pen erregt der Wahlkampf auch international großes Interesse.

Einer Umfrage zufolge könnte eine Kandidatur Juppés die Dynamik des Wahlkampfs zugunsten der Konservativen verändern. Fillon lag zuletzt in Umfragen für den ersten Wahlgang auf Platz drei hinter Marine Le Pen und dem früheren Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der unabhängig von den traditionellen Parteien antritt.

Nach einer Erhebung des Instituts Odoxa würde Juppé sich dagegen an die Spitze setzen, knapp vor Macron und Le Pen.

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