Darum schmerzen eure Haare, wenn ihr abends die Frisur löst

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FRISUR
Darum schmerzen eure Haare, wenn ihr abends die Frisur löst | iStock
Drucken

Ihr kennt es bestimmt auch, dieses unangenehme Gefühl, wenn ihr nach einem langen Tag euren Dutt oder Zopf löst. Aber habt ihr euch je gefragt, warum das so schmerzt?

Es ist nämlich nicht euer Haar selbst, das weh tut.

Angela Lamb, Dermatologieprofessorin an der Icahn School of Medicine in Mount Sinai in Ägypten, sagte der Huffington Post, es seien die Nervenenden an den einzelnen Haaren, die beim Lösen der Frisur schmerzen.

“Haarfollikel sind eine der wichtigsten Rezeptoren von Sinnesempfindungen im Körper”, sagte sie. “Unsere Haare sind ein vollwertiger Bestandteil unseres Nervensystems. Wenn es nach oben gezogen wird, übt das Druck auf die Nervenenden aus. Sie sind die Wurzel der Follikel. Und wenn das über einen längeren Zeitraum geschieht, fangen sie an zu schmerzen.”

"Die Nervenenden gewöhnen sich daran, dass das Haar in eine andere Richtung zeigt"

Laut Jessica Wu, Dermatologin aus Los Angeles, liegt es auch daran, dass das Haar es gewohnt ist, in der immergleichen Position zu sein, während es wächst.

“Die Nervenenden gewöhnen sich daran, dass das Haar in eine andere Richtung zeigt, wenn es zurückgebunden ist”, sagte sie. “Wenn es dann wieder gelöst wird, werden die Nervenenden erneut stimuliert und der Schädel ist empfindlicher.”

Mehr zum Thema: Was dein Friseur dir nicht verrät

Bevor ihr jetzt eure Haar zurückwerft, zu einem Pferdeschwanz zusammenbindet und diese Unannehmlichkeit als harmlos abtut, solltet ihr noch eines wissen: Wer seine Haare zu oft nach oben bindet, riskiert laut Lamb etwas, das Ärzte Zugkraftalopezie nennen.

“Dabei handelt es sich um Haarausfall, bedingt durch Spannung und Druck, denen die Haare ausgesetzt werden”, sagte die Medizinerin der Huffington Post. Häufiges Zusammenbinden könne die Haare zudem dünner werden lassen, warnte sie.

Hinzu kommt: Mit der Zeit können Haare beschädigt werden, wenn sie in der immer gleichen Weise zusammengebunden werden, beispielsweise zum Sport. “Haare sind nicht lebendig, sie bestehen lediglich aus Keratin”, erklärte Lamb. “Doch sie können brechen, wenn zu viel Spannung auf sie ausgeübt wird.”

Möglichst verschiedene Frisuren abwechseln

Um das zu vermeiden empfiehlt sie, verschiedene Frisuren abzuwechseln. Am einen Tag beispielsweise einen geflochtenen Zopf, am nächsten einen Dutt und danach einen Pferdeschwanz.

Bei Flechtfrisuren ist zu beachten: Bei ihnen ist laut Lamb die Gefahr einer Zugkraftalopezie besonders hoch. Das gelte für alle Haartypen. Sie rät daher: “Achten Sie darauf, dass die Frisur nicht zu fest geflochten ist und nicht zu viel Druck auf das Haar ausgeübt wird.”

Doch keine Angst: Ihr könnt ruhig weiterhin eure Haare zusammenbinden.

“Tun Sie es nur nicht jeden Tag”, empfiehlt Lamb. “Wenn Sie tagsüber einen Dutt oder Pferdeschwanz tragen, achten Sie darauf, dass Sie ihn abends lösen. Und tragen Sie die Haare nicht zu oft streng nach hinten gebunden. Das könnte irgendwann zum Problem werden.”

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(ben)

Korrektur anregen