POLITIK
04/03/2017 18:45 CET | Aktualisiert 04/03/2017 19:07 CET

Wie ein privates Foto Hillary Clintons Donald Trump in Bedrängnis bringt

Reuters / Twitter

  • Ein Foto Hillary Clintons macht derzeit in sozialen Netzwerken die Runde

  • Clinton liest darauf in der Zeitung: "Pence nutzte eine private Mail-Adresse im Dienst"

  • Die Ironie der Geschichte ist deutlich, sie setzt die Trump-Regierung zusätzlich unter Druck

Donald Trump beherrscht die politische Debatte in den USA, wie wohl kaum ein US-Präsident vor ihm. Um seine Gegnerin im Rennen um das Weiße Haus, Hillary Clinton, ist es dagegen still geworden.

Bis vor kurzem: Denn jetzt macht ein Foto Hillary Clintons in den sozialen Medien die Runde. Es zeigt Clinton am Freitag in einem American-Airlines-Flugzeug.

Das besondere ist jedoch nicht der Anblick Clintons, sondern die Schlagzeile, die die Demokratin offenbar gerade in der Zeitung "USA Today“ liest: "Pence nutzte eine private Mailadresse im Dienst“.

Zur Erinnerung: Clinton war im Wahlkampf auch über ihren E-Mail-Skandal gestolpert. Kritiker warfen ihr vor, vertrauliche Dokumente in ihrer Zeit als Außenminister über einen privaten E-Mail-Server versendet zu haben.

Das FBI leitete Ermittlungen ein, machte diese öffentlich und brach Clinton damit im Rennen um Washington womöglich das Genick. Die Vorwürfe stellten sich als haltlos heraus.

Die Fotografin des viralen Clinton-Schnappschusses, Caitlin Quigley, sagte der Huffington Post: "Ich dachte, das Bild ist zu gut, um es nicht zu teilen". Sie habe es nur an einige ihrer Kollegen versendet, dann habe es sich wie von selbst verbreitet.

Denn die Ironie des Bildes ist unverkennbar.

Derzeit sieht sich Donald Trumps Vize-Präsident ähnlichen Anschuldigungen ausgesetzt wie Clinton im Wahlkampf. Erst die Geschichte der Demokratin macht den Skandal für Trumps Regierung so hochpeinlich.

Mike Pence nutzte privates AOL-Konto

Sie bestätigt einmal mehr das berühmte Sprichwort "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein".

Denn kürzlich kam raus: Mike Pence hat als Gouverneur von Indiana ein privates E-Mail-Konto für dienstliche Zwecke benutzt. Pence habe den Account regelmäßig für die Kommunikation über Amtsgeschäfte verwendet, berichtete die Zeitung "The Indianapolis Star“.

Im vergangenen Sommer sei auf das Konto ein Hackerangriff verübt worden. Pence bestätigte die Nutzung am Freitag. Er habe sich im vollen Einklang mit den Gesetzen des Bundesstaates befunden.

Pence war von 2012 bis Anfang Januar Gouverneur von Indiana. In einer Stellungnahme hieß es, Pence habe ähnlich wie frühere Gouverneure einen dienstlichen und einen privaten Account gehabt.

Die Zeitung hatte eine Anfrage nach öffentlichen Dokumenten gestellt und Einsicht in E-Mails von Pence erhalten. Diese zeigten, dass er sein AOL-Konto etwa dafür benutzt habe, mit Beratern über Sicherheitstore an seinem Wohnsitz oder die Reaktion des Bundesstaates auf Terrorattacken zu kommunizieren. In einer anderen E-Mail sei es um die Festnahmen mehrerer Männer gegangen, gegen die Vorwürfe im Zusammenhang mit Terrorismus erhoben wurden.

Pence: "Das ist nicht vergleichbar"

Am Freitag sagte Pence, man könne den Vorgang überhaupt nicht mit Clinton vergleichen. Er habe keine vertraulichen Informationen missbraucht, auch habe er keine E-Mails zerstört. Er habe sich immer im Einklang mit dem Gesetz befunden.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte, zwischen Clinton und Pence lägen Lichtjahre an Unterschieden. Pence sei Gouverneur gewesen und kein Bundesbediensteter, deswegen seien auch die Gesetze verschieden. Außerdem sei der Grad der Vertraulichkeit in Clintons Angelegenheiten viel höher gewesen, und schließlich habe Pence anders als Clinton ohne jede Ausnahme seine gesamten Mails übergeben.

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