Autor Henryk M. Broder: Eine Zahl entlarvt das "skandalöse" Verhalten Deutschlands in der Türkei-Debatte

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Auch Autor Henryk M. Broder hat sich in die Debatte um Auftrittsverbote für türkische Politiker in Deutschland eingeschaltet. Und das eindrucksvoll.

"Es gebe keinen vergleichbaren Fall, in dem irgendein Staat Ähnliches für sich beanspruchen würde“, sagte Broder im Interview mit N24. Es gebe "keine Exil-Inder, die hier Veranstaltungen machen zugunsten der Errichtung einer Diktatur in Indien“. Auch keine Spanier oder Dänen.

"Nur die Türken fordern Sonderrechte"

Millionen Menschen nicht-deutscher Herkunft lebten in Deutschland, sagt Broder. "Der einzige Fall, in dem eine Gruppe Sonderrechte fordert, ist der der Türken."

Broder fragt: "Wollen wir es zulassen, dass interne Auseinandersetzungen aus irgendeinem Land in Deutschland ausgetragen werden?"

"Es ist schlichte Erpressung"

Auf den Kommentar des Moderators, dass Deutsche aktuell aus der Türkei schnell wieder als Nazis oder Faschisten abgestempelt würden und dass das ein Problem sei, antwortete Broder:

"Nein, es ist kein Problem. Es ist nur ein Problem für die Türken, die etwas aus ihrer Gegenwart in die deutsche Vergangenheit projizieren. Es ist schlichte Erpressung."

Aber der Skandal sei nicht, dass die Türkei das mache. "Der Skandal ist, dass wir es uns bieten lassen. Ein ums andere Mal."

Am Ende präsentiert er noch eine entlarvende Zahl, die dieses "skandalöse" Verhalten Deutschlands zeigen soll. Mehr im Video oben.

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(ben)

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