POLITIK
03/03/2017 07:54 CET | Aktualisiert 03/03/2017 07:58 CET

Schäuble: "Müssen das Gefälle zwischen Reichsten und Ärmsten verringern"

JOHN THYS via Getty Images
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble

  • Finanzminister Schäuble will in Afrika investieren, um Fluchtursachen zu bekämpfen

  • Auf dem Kontinent müsse das Gefälle zwischen Arm und Reich verringert werden, schreibt er in einem Gastbeitrag für die "Zeit"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ruft in einem Gastbeitrag für die "Zeit" zum Kampf gegen Populismus und Abschottung auf.

Nationale Alleingänge seien keine Antwort auf die globalen Herausforderungen. "Kooperation zwischen den Staaten hat unser Zusammenleben sicherer gemacht, und die internationale Arbeitsteilung ist die Grundlage unseres Wohlstandes", schreibt Schäuble.

"Wir müssen das Wohlstandsgefälle verringern"

"Um Sicherheit und Wohlstand langfristig zu gewährleisten, müssen wir das enorme Wohlstandsgefälle zwischen den reichen und den ärmsten Ländern dieser Erde, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent weiter verringern“, schreibt Schäuble.

Die Migrantenströme von Afrika nach Deutschland bewegen seit Monaten die Öffentlichkeit. Jetzt hat Schäuble angekündigt, durch Investitionen vor Ort Linderung verschaffen zu wollen.

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Schäuble schreibt , man habe mit ersten afrikanischen Ländern Gespräche über Investitionspartnerschaften begonnen. Die Elfenbeinküste, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien hätten bereits mitgeteilt, an einer Zusammenarbeit interessiert zu sein.

"Internationale Zusammenarbeit ist kein Nullsummenspiel"

Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz in der G20-Gruppe inne, der die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer angehören. Während der G20-Präsidentschaft will die deutsche Regierung die Investitionsbedingungen in Afrika verbessern und Kapitalgeber auf den Kontinent locken.

"Es ist schlicht falsch, dass die internationale Zusammenarbeit ein Nullsummenspiel ist, bei dem es Gewinner und Verlierer geben muss." Sein Aufruf zur internationalen Kooperation kann auch als indirekte Kritik an der Regierung Trump gelesen werden.

Diese sprach sich wiederholt gegen multilaterale Ansätze aus und will sich stattdessen für amerikanische Interessen einsetzen. Trump stellt den Freihandel in Frage und hat unter anderem Strafzölle angedroht.

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