LIFESTYLE
03/03/2017 13:47 CET | Aktualisiert 03/03/2017 13:51 CET

Nach plötzlichem Tod von Neugeborenem: Mutter warnt Eltern vor diesem verhängnisvollen Fehler

Der 25. Februar ist für für Jilian und Jarrod Johnson aus Süd-Kalifornien ein besonderes Datum. Denn an diesem Tag ist der Geburtstag des kleinen Landon, ihrem Kind. Doch trotz Kuchen und bunten Luftballons ist es kein normaler Kindergeburtstag – denn Landon ist tot.

Das Kind starb durch einen verhängnisvollen Fehler der Mutter. Jetzt, fast fünf Jahre nach dem traurigen Vorfall, hat sie sich mit einem bewegenden Brief an die Öffentlichkeit getraut.

Sie widmet ihn anderen Frauen und warnt davor, nicht denselben schwerwiegenden Fehler zu begehen, wie sie es einst tat.

(Mehr zu der Geschichte der Mutter erfahrt ihr im Video oben)

Jarrod und Jilian waren bereit. Sie hatten sich so gut es ging auf die Geburt ihres Kindes vorbereitet. Sie hatten zahlreiche Bücher gelesen, alle wichtigen und unwichtigen Dinge für ihr zukünftiges Kind eingekauft, Erfahrungen mit anderen Eltern ausgetauscht, Ärzte und Hebammen konsultiert – an alles Erdenkliche gedacht.

Dann, am 25. Februar 2012 war es endlich soweit: Der kleine Landon erblickte das Licht der Welt. Er war gesund und wohlauf. Bei der Geburt hatte es keinerlei Komplikationen gegeben, alles – so schien es – war in bester Ordnung.

Vor Landons Geburt hatte Jilian viele Bücher über das Stillen gelesen und auch verschiedene Kurse besucht. Hier vermittelte man der werdenden Mutter, wie wichtig das Stillen für ein gesundes und starkes Kind sei.

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Die Eltern mit ihrem Neugeborenen. Credit: Facebook: Baby Landon

Und genau das tat Jilian auch. Doch die junge Mutter wusste nicht, dass sie unter einer Hormonstörung litt. Beim sogenannten polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) sind die komplexen Regulationsmechanismen des weiblichen Hormonhaushalts betroffen.

Studien belegen, dass genetische Faktoren, aber auch Umwelteinflüsse sowie der persönliche Lebensstil zur Erkrankung beitragen. Das PCOS hat kein einheitliches Krankheitsbild und die Symptome können sehr vielfältig sein.

Die Hormonstörung kann Auslöser dafür sein, dass die Produktion der Muttermilch herabgesetzt ist oder diese zu wenig für das Kind wichtige Nährstoffe beinhaltet. So war es auch bei Jilian.

Die Ärzte im Krankenhaus diagnostizierten die Hormonstörung bei Jilian noch vor der Geburt von Landon und gaben ihr daraufhin Tabletten. "Es war mein erstes Kind und ich vertraute den Ärzten und Schwestern voll und ganz. Jede junge Mutter täte das“, schreibt sie in ihrem Brief auf Fedisbest.com.

Doch die Medikamente wirkten nicht. "Landon schrie ununterbrochen, sobald ich ihn von meiner Brust nahm“, schreibt Jilian. "Er schrie schlichtweg aus Hunger – doch damals war mir das nicht bewusst“, schreibt sie.

Das Neugeborene nahm stark an Gewicht ab und obwohl es immer noch weinte und schrie, entließen die Ärzte Jilian und Landon aus der Klinik.

"Wir nahmen ihn mit nach Hause und nur wenige Stunden später hatte Landon einen Herzstillstand aufgrund einer Dehydration“, schreibt die Mutter.

Als die Ärzte in der Notaufnahme verzweifelt um das Leben Landons kämpften und die beiden Eltern im Warteraum ausharrten, trat ein Arzt an Jilian heran und klärte sie über ihren fatalen Fehler auf.

"Er sagte mir, dass das Stillen in der Tat das Beste für ein Baby sei, aber man immer nach dem Stillen dem Baby die Flasche geben soll. Nur so kann man sicherstellen, dass das Kind auch wirklich satt ist“, schreibt sie.

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Für das Neugeborene kam jede Hilfe zu spät. Die Ärzte schalteten die lebenserhaltenden Maßnahmen für Landon am 15. März ab. Die Todesursache: Schwere Hirnschäden nach Herzstillstand als Folge einer schweren Dehydration.

Als die Ärzte Jilian die niederschmetternde Nachricht überbrachten, brach sie zusammen. Ihr Kind war durch einen banalen Fehler gestorben, den sie hätte vermeiden können.

Aus Scham und endlosen Schuldgefühlen traute sich Jilian viele Jahre nicht, mit der Geschichte über den Tod ihres Babys an die Öffentlichkeit zu gehen.

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Jilian hält Landon ein letztes Mal in ihren Armen. Credit: Facebook

"Hätte ich ihm nur ein einziges Mal die Flasche gegeben – könnte ich nur die Zeit zurückdrehen“, schreibt Jilian in Trauer.

Inzwischen ist Jilian Mutter von zwei Kindern. Zusammen mit ihrem Mann feiern sie Jahr für Jahr Landons Geburtstag. Sie hat immer noch viele Schuldgefühle – auch das ist der Grund, warum sie so lange gezögert hat, ihre Geschichte öffentlich zu machen.

Jetzt aber möchte Jilian andere Mütter davor bewahren, denselben Fehler zu begehen. Deshalb entschied sie sich dazu, ihren Brief auf der Website der Initiative "Breast is Best“ zu veröffentlichen, die über das Stillen aufklärt.

"Ich bin nicht gegen das Stillen – im Gegenteil – aber ich möchte junge Mütter dazu anhalten, sich eingehend mit den Gefahren des Stillens zu beschäftigen“, schreibt sie. "Ich wünschte, ich selbst hätte es viel früher getan.“

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