"Milberg & Wagner": Axel Milbergs besondere Rolle im DIY-Format

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Nach dem Wettbewerb ist Teamwork angesagt: Judith Milberg und Florian Wagner in

Nach den Pilotfolgen im vergangenen Jahr startet nun die eigentliche TV-Reihe des Do-it-yourself-Formats "Milberg & Wagner" (ab 3.3., freitags, 19.30 Uhr, BR) mit Judith Milberg und Florian Wagner. "Upcycling" lautet dabei das Credo der beiden DIY-Künstler, die in jeder Folge eine andere reale Gestaltungsaufgabe von einem Zuschauer gestellt bekommen. In der ersten Folge gilt es, einen neuen Essplatz zu gestalten.

Im Doppelinterview mit der Nachrichtenagentur spot on news haben die Münchner Designerin und Kunsthistorikerin Milberg und der Tegernseer Moderator, Schauspieler und Hobby-Schreiner Wagner nicht nur ihre große Leidenschaft für Design, Einrichten und Wohnen demonstriert. Sie verraten auch, welche Rolle Ehemann und "Tatort"-Star Axel Milberg bei den Dreharbeiten gespielt hat.

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Frau Milberg, Herr Wagner, wie sind Sie beide denn überhaupt zusammengekommen?

Judith Milberg: Wir wurden verkuppelt. Von der früheren Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks. Sie hatte das Format im Kopf und hat uns dann zusammengebracht. Wir kannten uns vorher nicht.

Florian Wagner: Wir hatten quasi ein vom BR eingefädeltes Blind-Date. Und glücklicherweise mochten wir uns ab der ersten Sekunde.

Hat Ihr Mann, Schauspieler Axel Milberg, Ihnen Tipps für die Arbeit vor der Kamera gegeben?

Wagner: Immer wenn Axel da ist, bringt er uns Butterbrezen vorbei. Das ist super. Ansonsten war ich mit 20 auf der Schauspielschule und moderiere ja noch ein anderes Format im Bayerischen Rundfunk.

Milberg: Stimmt, der Flo braucht kein Coaching. Ich dagegen habe hin und wieder schon eine Frage an meinen Mann. Ich frage ihn nach Tricks, zum Beispiel wie man sich fokussiert. Diese Arbeit ist nämlich ziemlich kompliziert, weil man so viel gleichzeitig machen muss. Wir sind ja nicht nur vor der Kamera spritzig, witzig, intelligent und spontan. Gleichzeitig müssen wir auch im Kopf haben, wie lange die Farbe zum Trocknen braucht, wo diese und jene Schraube ist, das Werkzeug... Es schwirrt einem unheimlich viel im Kopf herum. Streckenweise müssen wir wirklich auf mehr Dinge achten, als ein Schauspieler bei einem Dreh. Und da hat mein Mann mir sehr geholfen; seine Tipps habe ich umgesetzt und schon hat es funktioniert.

Zu Beginn der Sendung stehen Sie beide im Wettbewerb um den Auftrag vom Kunden/Kandidaten. Wie echt ist der Wettkampf?

Wagner: Landläufig meint man ja, dass da eh alles gefaked ist. Daher ist es uns sehr wichtig, zu betonen, dass unsere Sendung echt ist: Der Wettbewerb ist echt. Und wir sprechen uns auch nicht ab, wer welche Idee entwickelt. Den Einspielfilm von der Bewerber-Familie sehen wir zum ersten Mal zusammen. Dann entwickelt jeder für sich eine Idee und präsentiert sie. Die Bewerber entscheiden sich dann für einen Vorschlag. Die Freude bei der Verkündung ist dann genauso echt wie die Enttäuschung. Genau das macht es auch so spannend für uns selbst. Danach arbeiten wir dann zusammen weiter.

Welches DIY-Stück hat bei Ihnen daheim einen ganz besonderen Platz?

Wagner: Mit Lieblingsstücken ist das bei mir so eine Sache. Ich habe großen Spaß am Prozess des Machens. Und wenn es dann fertig ist, freue ich mich. Dann habe ich aber auch schon wieder Lust, das nächste Objekt zu machen... Etwas ganz Besonderes ist aber ein ausgebauter Bauwagen, der im Garten steht. Den haben wir als Gästezimmer selber hergerichtet. Das ist mein DIY-Projekt, das bei uns im Alltag total eingebunden ist. Inzwischen sind wir froh, wenn die Gäste auch mal wieder fahren (lacht).

Milberg: Bei uns im Wohnzimmer hängt ein Nudelkleid am Kamin. Das ist nichts, was man benutzen kann, sondern einfach nur ein verrücktes Objekt. Da habe ich mal Nudeln in Form eines One-Shoulder-Kleides von mir auf Draht gezogen. Es bekam noch eine Schleife um den Bauch und dann habe ich es auf einen altmodischen Kleiderbügel gehängt. Es ist absurd und gehört dennoch einfach dazu. Das Nudelkleid ist ein Teil unseres Lebens geworden, weil es über dem Kamin hängt und jeder, der hereinkommt, gleich dieses verrückte Objekt sieht. Natürlich gibt es bei uns noch viele andere DIY-Lieblingsstücke...

Ihre Werkstatt hier ist kunterbunt und voller Materialen, Frau Milberg: Stoffe, Handpuppen... Wo sind denn all diese Kleinodien her?

Milberg: Vom Flohmarkt und auf der ganzen Welt auf Reisen gesammelt. Der Keller ist auch voll. Irgendwann werden sie gebraucht. Ich liebe diese Dinge; ihre Formen, Farben und Funktionen und was man alles Wundervolles daraus machen kann. Das fasziniert mich einfach.

Wie halten Sie es mit der Oster-Deko?

Milberg: Das saisonale Dekorieren fällt mir ehrlich gesagt schwer. Weihnachten gibt es natürlich einen Christbaum. Aber dieses Mal habe ich beschlossen, dass es der letzte war. Erst schleppt man den Baum hoch, dann schleppe ich den Christbaumschmuck aus dem Keller hoch, dann dekoriere ich stundenlang. Ok, alle finden es dann toll und schon geht's wieder ans Abdekorieren und Runterschleppen... Ich vermute trotzdem, ich werde es nächstes Jahr wieder machen...

Wagner: Bei mir geht's im Frühling langsam wieder nach draußen. Als erstes schaue ich mir die Gartenmöbel an und bringe sie wieder auf Vordermann.

Was ist die Trendfarbe 2017?

Milberg: Ich tendiere ja zu den von mir als "muschelige Farben" bezeichneten Tönen: Graublau in Kombination mit müdem Lachs und verblichenem Himbeerrot. Ich mag es auch, wenn Farben sich so ein bisschen miteinander verkanten und Spannung entsteht.

Wagner: Trendfarbe hin oder her, wichtig ist, das Sofa nicht in einer Trendfarbe zu kaufen, sondern nur die Deko-Kissen, denn von einem Sofa trennt man sich normalerweise doch nicht so oft...

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