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03/03/2017 20:25 CET | Aktualisiert 03/03/2017 20:26 CET

Erdogan bezeichnet "Welt"-Journalist Yücel als Agenten und Terroristen

dpa

  • Recep Tayiip Erdogan attackiert Deutschlands Verhalten im Fall des "Welt"-Journalisten Deniz Yücel

  • Er wolle auf Konferenzen herumerzählen, dass Deutschland Terroristen unterstütze

  • Yücel selbst bezichtigte er der Spionage

Und wieder tritt er die Pressefreiheit mit Füßen: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft dem inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel Spionage vor. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu hat er Yücel als "deutschen Agenten" bezeichnet.

"Als ein Vertreter der PKK, als ein deutscher Agent hat sich diese Person einen Monat lang im deutschen Konsulat versteckt", sagte Erdogan am Freitagabend nach Angaben de Nachrichtenagentur in Istanbul.

"Werden überall erzählen, dass Deutschland Terroristen unterstützt

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wetterte Erdogan am Freitagabend bei einer Preisverleihung der staatlichen Gesundheitsstiftung „Yesilay“: „Als Merkel mich zu dem Thema angesprochen hat, antwortete ich, wie sie es auch mit uns tun, wenn wir Auslieferungsersuche von Terroristen schicken.“ Die Justiz habe den Fall Yücel geprüft, deshalb sitze der nun im Gefängnis.

Erdogan zeigte sich laut der "Bild" auf der Veranstaltung auch erbost darüber, dass seine Minister nicht bei Veranstaltungen in Deutschland auftreten durften. Er soll gesagt haben: „Unser Justizminister durfte in Deutschland nicht reden, aber PKK-Terroristen dürfen das tun. Sie müssen alle verhaftet werden. Sie denken, dass sie uns einschüchtern können, aber darauf können sie lange warten."

Erdogan drohte der Bundesrepublik der Zeitung nach: „Es ist nicht mehr die alte Türkei, sondern eine sehr starke Türkei. Wir werden auf allen internationalen Konferenzen erzählen, dass Deutschland Terroristen unterstützt.“

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