Die ersten 100 Lügen: Trump und sein Team setzen eine Flut falscher Informationen in die Welt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP
Die ersten 100 Lügen: Die Unwahrheiten der Trump-Regierung | Getty/Huffington Post
Drucken

Zu behaupten, US-Präsident Donald Trump habe ein eher lockeres Verhältnis zur Wahrheit, wäre stark untertrieben. Er hat wiederholt abwegige Verschwörungstheorien zitiert, hat immer wieder Wahlbetrugs-Mythen verbreitet und seine eigenen Leistungen und Verdienste beschönigt.

Die Huffington Post hat öffentliche Äußerungen von Trump und seinem Team zusammengestellt - eine Liste von 100 Lügen. Es ist wahrscheinlich, dass die Regierung noch Dutzende weitere irreführende und falsche Behauptungen aufgestellt hat.

1. Sean Spicer, Pressesprecher im Weißen Haus, behauptete fälschlicherweise, die Menschenmassen entlang der National Mall seien die größten gewesen, "die je einer Amtseinführung beigewohnt hätten". (21. Januar)

2. Trump sagte, die Zuschauer bei seiner Amtseinführung seien entlang der National Mall bis hin zum Washington Monument gestanden und die Zahl der Anwesenden habe sich auf mehr als eine Million Menschen belaufen. Fotos und Expertenschätzungen zeigen, dass beide Behauptungen nicht stimmen können. (21. Januar)

3. Als Trump sich an den Tag seiner Amtseinführung erinnerte, sagte er, es habe "sofort" aufgehört zu regnen, als er seine Rede begann. Es fiel aber leichter Regen während der Zeremonie.

trump inauguration

4. Während seines Besuchs der CIA-Zentrale behauptete Trump, die Medien hätten seine Feindschaft mit der Behörde erfunden. Tatsächlich aber hatte er selbst den Streit begonnen, indem er die CIA mit Nazi-Deutschland verglichen hatte. (21. Januar)

5. Während des Besuches der CIA-Zentrale wiederholte Trump die Behauptung, dass er "dagegen gewesen sei, sich im Irak einzumischen". Dem Moderator Howard Stern gegenüber hatte er im Jahr 2002 gesagt, dass er ein Unterstützer des Irak-Krieges sei. (21. Januar)

6. Während des Besuches bei der CIA sagte Trump außerdem, dass er den Titel-Rekord des "Time Magazines" halten würde: "Dieses Jahr war ich fünfzehnmal auf dem Titel!“ Tatsächlich war Trump elfmal auf dem Titelbild. (21. Januar)

trump cia 21 january

7. Trump behauptete, dass seine Amtseinführung elf Millionen mehr Zuschauer gesehen hätten als die von Barack Obama. Das stimmt nicht, die Zuschauerzahlen von Barack Obamas erster Amtseinführung im Jahr 2009 lagen sogar noch höher. (22. Januar)

8. Während seiner ersten Pressekonferenz sagte Sean Spicer, dass es in den vergangenen Jahren "eine dramatische Ausdehnung der Arbeitskräfte im Bundessektor" gegeben habe. Das ist falsch. (23. Januar)

9. Spicer, der den Bruch zwischen Trump und der CIA vehement verneinte, behauptete, dass der Präsident bei seinem Besuch in der CIA-Zentrale fünfminütige Standing Ovations bekommen habe. Das stimmt nicht. Die Anwesenden waren nicht gebeten worden, sich wieder zu setzen. (23. Januar)

10. Spicer behauptete, dass "mehrere zehn Millionen Menschen“ sich die Amtseinführung online angesehen hätten. Tatsächlich sahen ungefähr 4,6 Millionen Menschen die Amtseinführung online. (23. Januar)

11. Trump sagte gegenüber CBN News, dass 84 Prozent der Amerikaner mit kubanischen Wurzeln für ihn gestimmt hätten. Es ist nicht bekannt, woher Trump diese Zahlen hat. Laut Pew Research Center haben 54 Prozent der kubanisch-stämmigen Amerikaner in Florida Trump gewählt. (23. Januar)

12. Während eines Treffens mit führenden Kongressabgeordneten hat Trump wiederholt auf der widerlegten Behauptung bestanden, er habe die tatsächliche Mehrheit der Wählerstimmen nur aufgrund von Wahlbetrug nicht erhalten. (24. Januar)

13. Bei einem Treffen mit Wirtschaftsexperten im Weißen Haus sagte Trump, er sei eine wichtige Person, wenn es um den Umweltschutz ginge, er habe schon mehrere Auszeichnungen erhalten. Es gibt keine Beweise, die diese Behauptung stützen. (24. Januar)

14. Bei der Unterzeichnung eines Dekretes, das den Bau der Keystone Pipeline anordnete, sagte Trump, das Projekt würde 28.000 neue Jobs im Bausektor schaffen. Laut dem Fakten-Checker der "Washington Post" schafft das Projekt höchstens 16.000 neue Jobs, die meisten davon nicht im Bausektor. (25. Januar)

15. Spicer sagte auf einer Pressekonferenz, dass Trump mehr Wahlmännerstimmen erhalten habe als alle republikanischen Kandidaten seit Ronald Reagan. George H. W. Bush erhielt erhielt 1988 mit 426 Wahlmännerstimmen mehr als Trump mit seinen 304 Stimmen. (24. Januar)

sean spicer 24 january

16. Im Ministerium für Heimatschutz sagte Trump, die Angestellten im Bereich Grenzkontrolle und Grenzschutz hätten ihn einheitlich als Präsidenten befürwortet. Das stimmt nicht. (25. Januar)

17. Spicer sagte während einer Pressekonferenz, der Plan für ein CIA-Gefängnis stamme nicht aus dem Weißen Haus. Die "New York Times" beruft sich auf drei Angestellte des Weißen Hauses, die berichteten, der Plan für ein solches Gefängnis wäre mehreren Angestellten im Bereich Nationale Sicherheit vorgelegt worden. (25. Januar)

18. In einem Interview mit ABC behauptete Trump erneut, dass er die meisten Zuschauer bei seiner Amtseinführung gehabt habe, die es je gegeben habe. Falsch. (25. Januar)

19. In einem anderen Interview mit ABC behauptete Trump, dass der Applaus, den er während der Ansprache in der CIA-Zentrale erhalten habe, die längste Standing Ovation seit Peyton Mannings Sieg beim Super Bowl gewesen sei. Es gab nicht einmal stehende Ovationen. (25. Januar)

20. In einem Interview mit ABC behauptete Trump, dass aufgrund der aktuellen Krankenversicherung Millionen Menschen ohne Versicherungsschutz seien. Tatsächlich aber haben bisher 20 Millionen Menschen aufgrund des Affordable Care-Gesetzes eine Krankenversicherung erhalten. Die rund zwei Millionen Menschen, die nicht unter dieses Gesetz fielen, erhielten Sonderleistungen, die noch bis Ende 2017 Gültigkeit besitzen. (25. Januar)

21. In der Parteizentrale der Republikaner in Philadelphia behauptete Trump, dass der mexikanische Präsident und er beschlossen hätten, ihr geplantes Treffen abzusagen. Enrique Peña Nieto sagte daraufhin, er alleine habe das Treffen abgesagt. (26. Januar)

22. In der Parteizentrale der Republikaner in Philadelphia sagte Trump, die Anzahl der Morde in den USA würde in beängstigendem Maße steigen. Tatsächlich sinkt sie stetig. (26. Januar)

23. Auf Twitter behauptete Trump erneut fälschlicherweise, dass während der Präsidentenwahl mehr als drei Millionen illegale Stimmen abgegeben wurden. (27. Januar)

conway good morning america

24. In einem Interview mit "Good Morning America" sagte Trumps Beraterin Kellyanne Conway, dass Trumps Tochter Tiffany ihr gesagt habe, sie sei "nicht in zwei Staaten als Wählerin registriert". Ein Angestellter der Nationalen Wahlbehörde bestätigte gegenüber NBC zwei Mal, dass Tiffany Trump sehr wohl doppelt als Wählerin registriert sei. (27. Januar)

25. Trump sagte, er habe den Brexit bei einem Besuch in Schottland einen Tag vor dem Referendum vorhergesehen. Tatsächlich war er einen Tag nach dem Referendum in Großbritannien. (27. Januar)

26. Trump behauptete, die "New York Times" habe Abonnenten verloren, da auch die Leser dieser Zeitung ihn unterstützen würden. Einen Tag nach der Wahl verzeichnete die "New York Times" einen signifikanten Anstieg der Abo-Zahlen. (27. Januar)

27. Trump behauptete, zwei Menschen seien in Chicago während Barack Obamas letzter Rede bei einem Schusswechsel tödlich verletzt worden. Das ist nie passiert. (27. Januar)

28. Trump behauptete, dass frühere US-Regierungen es christlichen Flüchtlingen erschwert hätten, in den USA Asyl zu beantragen. Muslimische Flüchtlinge hätten es dagegen leicht gehabt. Tatsächlich aber wurden im Jahr 2016 ebenso viele Christen im Land aufgenommen wie Muslime. (27. Januar)

protest trump travel ban airport

29. Trump verteidigte seine Einreisepolitik mit der Begründung, dass Terroristen in das Land geströmt wären, wenn er seine Pläne im Vorfeld bekanntgegeben hätte. Selbst wenn Terroristen das Flüchtlingsprogramm oder das Visa-Programm infiltrieren wollten, so hätten sie Monate oder sogar Jahre warten müssen, bis ihre Sicherheitsüberprüfungen abgeschlossen wären und sie hätten dann erst einreisen dürfen. (30. Januar)

30. Das Weiße Haus gab an, die Einreiseverordnung betreffe keine Menschen, die im Besitz einer Green Card seien, und das sei von Anfang so vorgesehen gewesen. Tatsächlich aber hatte das Weiße Haus anfangs erklärt, die Verordnung würde auch Besitzer einer Green Card betreffen. (30 Januar)

31. Trump sagte, seine Einreiseverordnung ähnele der von Barack Obama aus dem Jahr 2011, als dieser sechs Monate lang keine Visa an Flüchtlinge aus dem Irak ausgeben ließ. Obamas Politik verlangsamte die Umsiedlung von Flüchtlingen aus dem Irak, aber sie verbot ihnen nicht die Einreise. Viel mehr noch, sie kennzeichnete die sieben Länder aus Trumps Einreiseverordnung als "gefährlich zu besuchen". (30. Januar)

32. Spicer sagte, im Großen und Ganzen sei Trump für seine Äußerungen zum Gedenken an den Holocaust gelobt worden. Jede wichtige jüdische Organisation, darunter auch die Republican Jewish Coalition, hatte Trump für diese Äußerung kritisiert, da sie nicht das jüdische Volk einschloss, und sich auch nicht gegen den Antisemitismus richtete. (30. Januar)

33. Ein Angestellter des Weißen Hauses nannte Trumps Einreiseverbot eine "große Erfolgsgeschichte“. Das stimmt nicht. Junge Menschen, Kinder, ältere Menschen und Besitzer einer US-Green Card wurden stundenlang festgehalten. Einige wurden kurz nach der Landung in den USA wieder abgeschoben. Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, kritisierte das Verbot sogar als verwirrend. (30. Januar)

stephen bannon

34. Sean Spicer verglich die Berufung von Steve Bannon zum Chef-Strategen des Weißen Hauses mit den außenpolitischen Aufgaben, mit denen Barack Obamas Berater David Axelrod betraut war. Axelrod nahm jedoch nie an den Treffen des Principal Committees teil, denen Bannon jetzt vorsitzt.

35. Spicer sagte, Menschenmassen hätten das Land „überflutet“, wenn die Pläne zum Einreiseverbot im Vorfeld bekanntgegeben worden wären. Das stimmt nicht. (30. Januar)

36. Spicer bestand darauf, dass nur 109 Reisende aufgrund von Trumps Einreiseverbot festgehalten worden seien. Tatsächlich aber mussten sich mehr als 1000 Menschen mit einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis für die USA eine Sondergenehmigung besorgen. Geschätzt mehr als 90.000 Menschen waren insgesamt von dem Einreiseverbot betroffen. (30. Januar)

37. Trump tweetete fälschlicherweise, dass "nur 109 Menschen von insgesamt 325.000 für eine Befragung festgehalten worden wären". (30. Januar)

38. Trump schrieb sich den Erfolg dafür zu, das F35-Rüstungsprogramm um 600 Millionen Dollar zu kürzen. Tatsächlich aber hatte Lockheed Martin die Kostenreduzierung für die Kampfflugzeuge schon lange zuvor geplant. (31. Januar)

39. Trump beschuldigte China, die Landeswährung mit "Spielen auf dem Finanzmarkt" zu manipulieren. "China spielt mit dem Währungsmarkt und wir sitzen da wie die Dummen." Laut der "Washington Post" aber sind die USA nicht mehr von der Währungsmanipulation Chinas betroffen, China dagegen entwertet seine Landeswährung nicht mehr. (31. Januar)

trump 31 january

40. Spicer rechtfertigte die republikanische Blockade von Richter Marrick Garland, Obamas Vorschlag für das Oberste Gericht, mit der Begründung, dass kein Präsident einen Richter so spät in seiner Amtszeit berufen habe. Tatsächlich aber ist das schon dreimal zuvor geschehen.

41. Spicer betonte auf einer Pressekonferenz wiederholt, dass Trumps Einreiseregelung kein "Verbot" sei. Während einer Frage-und-Antwort-Stunde tags zuvor jedoch hatte Spicer die Regelung mehrmals als Verbot bezeichnet, auch der Präsident selbst hatte sich so ausgedrückt. (31. Januar)

42. Angestellte des Weißen Hauses verneinten, dass Trump dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto gesagt habe, die US-Armee würde sich schon um die "bad Hombres" in Mexiko kümmern, wenn Mexiko selbst dazu nicht in der Lage sei. Am nächsten Tag wurde gesagt, diese Bemerkung sei als "Witz" gemeint gewesen. (31. Januar)

43. Trump behauptete, Delta Airlines, die Demonstranten und die Tränen von Senator Chuck Schumer (ein Demokrat aus New York) seien Schuld an den Problemen, den sein Einreiseverbot ausgelöst habe. Tatsächlich aber war es größtenteils die Trump-Regierung, die die Probleme zu verschulden hatte. (31. Januar)

44. Trump behauptete, die Obama-Regierung habe zugestimmt, Australien Tausende illegale Einwanderer abzunehmen. Tatsächlich umfasste das Abkommen 1250 Flüchtlinge. (1. Februar)

45. Trump sagte, die USA hätten die "lockersten Einreisebestimmungen der Welt.“ Nicht wirklich. (2. Februar)

46. Trump sagte, die USA würden dem Iran durch das Nuklear-Abkommen 150 Milliarden Dollar für "gar nichts" überlassen. Um das einmal klarzustellen: Das Geld gehörte dem Iran. Außerdem verbietet das Abkommen dem Iran, Nuklearwaffen herzustellen.

47. Spicer nannte die US-Razzia im Jemen "sehr, sehr gut durchdacht und ausgeführt“ und beschrieb sie als "eine durchweg erfolgreiche Operation." Angehörige des US-Militärs hatten gegenüber Reuters berichtet, die Operation wäre ohne ausreichende "Bodenunterstützung, Geheimdienstinformationen und ausreichende Vorbereitungen für einen Rückhalt“ genehmigt worden.“ (2. Februar)

48. Spicer sagte, der Iran habe ein US-U-Boot angegriffen - dieses war Teil der Rechtfertigung für die kriegerische Aussage der US-Regierung, der Iran "sei gewarnt“. Tatsächlich aber hatte ein verdächtiges Schiff der Huthi-Rebellen ein saudisches U-Boot angegriffen. (2. Februar)

49. Bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern im Weißen Haus behauptete Trump, er habe die gesamten Stimmen der Gewerkschaften für sich gewinnen können. Tatsächlich traf das nur auf einen Teil der Gewerkschaften zu. (2. Februar)

conway

50. Kellyanne Conway nannte das "Bowling Green Massacre“ als Rechtfertigung für Trumps Einreiseverbot. Ein solches Massaker hat sich nie zugetragen.

51. Später nannte Conway das "einen einmaligen Versprecher“. Sie hatte das "Bowling Green Massacre“ aber schon zweimal zuvor in Interviews erwähnt. (3. Februar)

Mehr zum Thema: Die Wellenbrecherin: Wie Kellyanne Conway für US-Präsident Trump jede Presseschlacht gewinnt

52. Trump teilte einen Artikel auf seiner Facebook-Seite, in dem es hieß, Kuwait habe ein Einreiseverbot für Muslime verhängt. Später veröffentlichte Kuwait ein offizielles Statement, dass ein solches Verbot kategorisch verneinte. (3. Februar)

53. Trump behauptete, dass die Menschen förmlich ins Land "strömen" würden, nachdem sein Einreiseverbot außer Kraft gesetzt worden war. Tatsächlich ist die Einreise in die USA mit einer gründlichen und langen Sicherheitsüberprüfung verbunden. (5. Februar)

54. Trump behauptete, dass jetzt, da ein Richter sein Einreiseverbot gestoppt hätte, einfach jeder, auch jene mit "bösen Absichten" einreisen könne. Das stimmt nicht. (4. Februar)

55. Sean Spicer sagte, die Proteste gegen Trump könnten nicht mit den Protesten der Tea Party verglichen werden und nannte sie eine "bezahlte AstroTurf-Typ-Bewegung". Obwohl die Demokraten von den Anti-Trump-Protesten profitiert haben, so sind die massiven Demonstrationen im ganzen Land doch vor allem eine spontane, selbstbildende Erscheinung. (6. Februar)

56. Während eines Interviews mit Fox News vor dem Super Bowl wiederholte Trump seine Behauptung, es habe massiven Wahlbetrug gegeben. Es gibt für diese Behauptung keine Beweise, das sagen sowohl führende Mitglieder der demokratischen, wie auch der republikanischer Partei und selbst Trumps eigene Wahlkampfanwälte. (6. Februar)

57. Während des Interviews mit Fox News vor dem Super Bowl wiederholte Trump auch seine falsche Behauptung, dass er "von Anfang an gegen den Irak-Krieg" gewesen sei. (6. Februar)

58. Conway sagte, sie würde aus familiären Gründen nicht an CNNs Show "State of the Union" teilnehmen. CNN aber berichtete, das Weiße Haus hätte Conway in Vertretung für Vizepräsident Mike Pence angeboten. CNN habe jedoch auf das Angebot "verzichtet", da man an Conways Glaubwürdigkeit zweifelte. (6. Februar)

59. Spicer behauptete, CNN hätte die Begründung, weshalb man auf Conway als Gast für die Show verzichten wolle, zurückgenommen. CNN widersprach dem. (6. Februar)

trump 6 february

60. Trump nannte Anschläge in Boston, Paris, Orlando, und Nizza als Beispiele für den Terrorismus, über den in den Medien nicht in ausreichendem Maße berichtet worden wäre. "In vielen Fällen will die sehr sehr unehrliche Presse nicht darüber berichten" waren seine Worte. Diese Anschläge wurden in Tausenden Zeitungsartikeln, Print und online, und umfangreicher TV-Berichterstattung abgedeckt. (6. Februar)

61. Das Weiße Haus veröffentlichte eine umfangreiche Liste mit Terroranschlägen, die angeblich von den westlichen Medien nicht ausreichend bedacht worden waren. Auch diese Liste enthielt Anschläge, über die sehr umfassend berichtet worden war. (6. Februar)

62. Trump nannte die sogenannte "Zufluchtsstädte“ eine Brutstätte für Verbrechen. Die Daten des FBI belegen das Gegenteil. (6. Februar)

63. Trump behauptete, die "New York Times" sei "gezwungen" sich bei ihren Lesern über die mangelhafte Berichterstattung zu seinem Wahlsieg zu entschuldigen. Die Zeitung hat nie eine solche Entschuldigung veröffentlicht. (6. Februar)

64. Trump behauptete, die Mordrate sei so hoch wie seit 47 Jahren nicht mehr. Tatsächlich stieg die Rate in den USA im Jahr 2015 um 10,8 Prozent an, sie ist aber sehr viel niedriger als noch vor 30 oder 40 Jahren.

65. Spicer erklärte, die Verzögerung in der Aufhebung von Obamacare sei dadurch entstanden, dass das Weiße Haus mit dem Kongress zusammenarbeiten wolle. Nicht wie während der Obama-Regierung, so betonte er, würde die Legislative – und nicht das Weiße Haus – für das Gesundheitswesen zuständig sein. Viele verschiedene Kongressmitglieder hatten am Affordable Care Act mitgearbeitet, ein Prozess, der über ein Jahr in Anspruch nahm. (7. Februar)

66. Trump beschuldigte Senator Richard Blumenthal (Demokrat, Connecticut), er habe Richter Neil Gorsuch fehlinterpretiert, als dieser sich per Twitter an Trump wandte. Gorsuch nannte Trumps Tweets "demoralisierend". Ein Sprecher von Gorsuch bestätigte die Worte des Richters. (9. Februar)

67. Trump behauptete wiederholt, er schaue kein CNN. Um jedoch auf Blumenthal reagieren zu können, musste er CNN geschaut haben. (9. Februar)

michael flynn

68. Der frühere Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn sagte, dass seine Telefonate nach Russland im Vorfeld von Trumps Amtseinführung nicht in Zusammenhang mit den Sanktionen gestanden hätten. Laut eines Berichts der "Washington Post" jedoch hatte sich Flynn mit Sergeij Kisljak privat unterhalten und hatte gegenüber dem Russischen Botschafter verlauten lassen, dass die Sanktionen mit Trumps Amtseinführung gelockert werden könnten. (9. Februar)

69. Trump verbuchte das Lob für die Entscheidung des Automobilherstellers Ford, in Mexiko kein Werk zu eröffnen und stattdessen in das Werk in Michigan auszubauen, für sich. Das Unternehmen gab bekannt, dass diese Entscheidung nichts mit Trump zu tun habe. (9. Februar)

70. Trump sagte vor einer Runde Politiker, das "Tausende illegaler Wähler“ nach New Hampshire gebracht worden wären, um dort ihre Stimme abzugeben. Für diese Behauptung gibt es keine Beweise. (11. Februar)

71. Während eines Interviews mit ABC sagte Stephen Miller, ein führender politischer Berater im Weißen Haus, fälschlicherweise, dass es bei Politikern in New Hampshire wohl bekannt sei, dass illegale Wähler für die Wahl in diesen Bundesstaat gebracht worden seien. Auch das stimmt nicht. (11. Febrar)

stephen miller

72. Miller nannte die "erstaunliche" Statistik, dass 14 Prozent der Personen ohne Staatsbürgerschaft als Wähler registriert seien. Die Studie, in deren Rahmen diese Statistik veröffentlicht wurde, wird stark angezweifelt. (11. Februar)

73. Trump sagte, Bernie Sanders dürfte nicht mehr auf CNN auftreten, da der Senator den Begriff "Fake News" benutzt hatte, um die Nachrichten auf CNN zu beschreiben. Sanders hatte nur gescherzt, er wurde von CNN keineswegs gestrichen. (12. Februar)

74. Trump beschuldigte die Medien, sie würden sich weigern, über die große Anzahl an Unterstützern zu berichten, die in Florida die Straßen säumten. Es waren einige Unterstützer dort, viel größer aber war die Zahl der gegnerischen Demonstranten. (12. Februar)

75. Mitarbeiter des Weißen Hauses sagten gegenüber der Presse, Flynn wäre von sich aus zurückgetreten. Spicer sagte auf einer Pressekonferenz jedoch, der Präsident hätte Flynn gebeten, seinen Rücktritt einzureichen. (13. Februar)

76. Trump verneinte in einem Interview im Januar, dass er oder irgendjemand aus seinem Wahlkampfteam vor den Wahlen Kontakt nach Russland gehabt habe. Die "New York Times" und CNN berichteten jedoch beide, dass Trumps Wahlkampfmitarbeiter schon vor dem 8. November wiederholt Kontakt mit führenden Mitarbeitern des russischen Geheimdienstes gehabt hätten. (15. Februar)

77. Spicer verneinte, dass irgendjemand aus Trumps Team irgendeinen Kontakt nach Russland gehabt hätte. (15. Februar)

trump press 16 february

78. Trump beschwerte sich, dass er ein "Chaos" geerbt habe, als er das Amt übernahm. Die Wirtschaft ist stabil und wächst, die Börse verzeichnet hohe Kurse und die Arbeitslosigkeit ist auf einem niedrigen Stand. (16. Februar)

79. Trump bestreitet, dass es in seinem Team ein Durcheinander gäbe. Gegenüber Reportern sagte er, seine Regierung gliche einer "hoch-funktionellen Maschine". Das schlecht ausgearbeitete Einreiseverbot wurde von den Gerichten außer Kraft gesetzt, ein Kabinettsmitglied musste seine Nominierung zurücknehmen und Trumps Sicherheitsberater ist nach nicht einmal vier Wochen schon zurückgetreten. (16. Februar)

80. Trump sagte, seine 306 Wahlmännerstimmen seien der größte Wahlsieg seit Ronald Reagan gewesen. Obama bekam 2012 332 Wahlmännerstimmen. (16. Februar)

81. Trump sagte, seine ersten vier Wochen im Amt sei ein Monat voller Aktivität gewesen. Obama hat in seinen ersten vier Wochen im Amt wesentlich mehr erreicht. (16. Februar)

82. Als Wikileaks Trump noch in die Hände gespielt hatte, weil sich viele Leaks gegen seine Partei- und Wahlkampfgegner gerichtet hatten, hatte Trump die Plattform in hohen Tönen gelobt. Jetzt bezeichnet Trump Wikileaks als eine Seite, die "keine klassifizierten Informationen veröffentlicht". Das tut die Plattform sehr wohl, meistens anonym. (16. Februar)

83. Trump wiederholte seine Behauptung, Hillary Clinton habe 20 Prozent des amerikanischen Urans im Rahmen eines Abkommens während ihrer Zeit als US-Außenministerin an Russland gegeben hätte. Das stimmt nicht. (16. Februar)

84. Trump sagte, Drogen seien inzwischen "billiger als ein Schokoriegel.“ Sind sie nicht. (16. Februar)

85. Trump sagte, seine Regierung hätte das Einreiseverbot reibungslos umgesetzt. Seine Einreisepolitik verursachte Chaos an den Flughäfen des Landes und wurde inzwischen von den Gerichten außer Kraft gesetzt. (16. Februar)

86. Trump sagte, das Berufungsgericht befände sich im Chaos. Das ist nicht so. (16. Februar)

87. Flynn hat das FBI in einem Interview vom 24. Januar bezüglich der Frage, ob er schon vor Trumps Amtseinführung die Sanktionen mit Russland besprochen habe, belogen, so die "Washington Post". (16. Februar)

88. Trump sprach bei einer Veranstaltung in Florida von einem Terroranschlag in Schweden am Abend zuvor. Einen solchen Anschlag hat es nie gegeben, wahrscheinlich bezog sich Trump auf einen Bericht von Fox News zur Kriminalität in Schweden. (18. Februar)

trump florida rally

89. Während der Veranstaltung in Florida wiederholte Trump die falsche Behauptung, die USA hätten bereits Tausende Menschen ohne Sicherheitsüberprüfung ins Land gelassen. Flüchtlinge müssen sich der strengsten Sicherheitsüberprüfung von allen Einwanderern in die USA unterziehen, oft warten sie bis zu zwei Jahre auf ihre Einreiseerlaubnis. (18. Februar)

90. Reince Priebus, der Sicherheitschef des Weißen Hauses, sagte in der Sendung "Fox News Sunday“, dass Trump in seine ersten 30 Tagen im Amt schon so viel erreicht hätte, dass sich die Menschen gar nicht mehr an alles erinnern würden. Obama hatte in seinen ersten 30 Tagen im Amt wesentlich mehr erreicht. (19. Februar)

91. Trump sagte während seines Wahlkampfes, er würde nur mit Staatsoberhäuptern und Wirtschaftsbossen Golf spielen und nicht wie Obama mit seinen Promi-Freunden. Bisher hat Trump mit Japans Premierminister Shinzo Abe Golf gespielt. Kürzlich sah man ihn aber auch mit seinem Freund Rich Levine, Profi-Golfer Rory McIlroy und dem Sport-Manager Nick Mullen. (19. Februar)

92. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, Trump habe nur ein Paar Löcher in seinem Golf Resort Florida gespielt. Tatsächlich aber hatte er mit Rory McIlroy alle 18 Löcher gespielt, so Berichte am nächsten Tag. Das Weiße Haus gab zu, Trump habe "ein wenig länger“ gespielt. (19. Februar)

93. Trump behauptet immer wieder, die Kriminalität in Schweden würde aufgrund der hohen Einwandererzahlen stetig steigen. Tatsächlich ist die Kriminalitätsrate in den letzten Jahren immer weiter gefallen, Experten sind außerdem nicht der Meinung, dass die Einwanderung in Zusammenhang mit der Kriminalität im Land steht. (20. Februar)

94. Spicer berichtete, Gouverneur John Kasich aus Ohio habe um ein Treffen mit Trump im Weißen Haus gebeten. John Weaver, der frühere Wahlkampfmitarbeiter von Kasich sagte, der Präsident habe um das Treffen gebeten. (21. Februar)

95. Vizepräsident Mike Pence nannte Obamacare einen "Job-Killer“. Seit der Umsetzung des Gesetzes sind mehr Arbeitsplätze geschaffen worden und die Zahl der ungewollten Teilzeitstellen ist gesunken, ganz im Gegensatz zu den Behauptungen der Republikaner. (22. Februar)

96. Trump hatte auch behauptet, er habe eine Milliarde Dollar ausgehandelt, um zwei neue Boing Jets zu entwickeln, die in Zukunft als Air Force One dienen sollten. Die Air Force kann das nicht bestätigen. (22. Februar)

97. Während eines Treffens mit wichtigen CEOs des Landes im Weißen Haus behauptete Trump, sein Wirtschaftsberater Gary Cohn habe 200 Millionen Dollar an Steuern zahlen müssen, um die Stelle im Weißen Haus anzunehmen. Cohn musste keine Steuern zahlen, er musste Goldmann-Sachs-Anteile im Wert von über 200 Millionen Dollar verkaufen. (23. Februar)

98. Trump behauptete, die Schlange von Menschen, die auf eine Konferenz mit ihm warten würde, wäre sechs Häuserblöcke lang. Tatsächlich füllten die Wartenden nur knapp drei Warteräume. (24. Februar)

99. Trump behauptete, nur "sehr wenige Menschen" könnten Obamacare in Anspruch nehmen. Fast 20 Millionen Menschen sind durch Obamacare inzwischen krankenversichert. (24. Februar)

100. Trump behauptete außerdem, Unternehmen wie Intel würden aufgrund seines Wahlsiegs in den USA investieren. Das Unternehmen hatte seine Investitionen bereits lange vor Trumps Wahlsieg geplant. (24. Februar)

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(ll)

Korrektur anregen