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02/03/2017 14:31 CET

Mutmaßlicher Mörder von Cottbusser Rentnerin gefasst - Stadt veröffentlicht verstörendes Statement

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Mutmaßlicher Mörder von Cottbusser Rentnerin gefasst - Stadt veröffentlicht verstörendes Statement

  • Im Fall einer getöteten Rentnerin in Cottbus wurde ein Tatverdächtiger festgenommen

  • Es handelt sich um einen jungen Syrer

  • Der Bürgermeister mahnt jetzt die Bevölkerung zur Ruhe an

Am 8. Dezember letzten Jahres wird in Cottbus eine Rentnerin tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Todesumstände sind nicht bekannt.

Am Mittwoch, fast drei Monate später, hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst - und Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Doch mit der Mitteilung der Verhaftung sah sich der Cottbusser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) veranlasst, auch noch eine Mahnung an die Bürger der Stadt auszusprechen.

Der Grund: Bei dem mutmaßlichen Verdächtigen handelt es sich um einen "zur Tatzeit jugendlichen syrischen Staatsangehörigen", der 2015 von einem Vormund begleitet nach Deutschland gekommen war.

"Gastfreundschaft aufs Brutalste missbraucht"

Auf einer Mitteilung auf der Homepage der Stadt appellierte Kelch nach der Verhaftung an die Cottbusser: "Wir wissen, dass die Herkunft des mutmaßlichen Täters Emotionen wecken wird. Ein einzelner Junger Mann hat nach derzeitigem Erkenntnisstand Gastfreundschaft, Offenheit und Toleranz in Cottbus aufs Brutalste und Schändlichste missbraucht."

Mehr zum Thema: Rechter Terror: Expertin warnt vor "fürchterlicher Explosion" von Attentaten

Die Stadtspitze hat offenbar Angst, dass sich der Einzelfall jetzt auf die Akzeptanz aller in der Stadt lebenden Flüchtlingen und Ausländern auswirkt. "Daher mischt sich in die Freude über den Ermittlungserfolg auch die Sorge, dass nun alle in Cottbus lebenden Ausländer unter Generalverdacht gestellt werden."

Die Tote kannte den Verdächtigen

Die 82-jährige Rentnerin war im Dezember in ihrer Wohnung von Angehörigen entdeckt worden. Die hatten sich Sorgen gemacht, weil sie nicht auf einer Weihnachtsfeier ehemaliger Kollegen erschienen war, heißt es von der Polizei. Wie sie gestorben ist, ist nicht bekannt. Sie soll den Tatverdächtigen aber gekannt haben. Vor ihrem Tod soll die 82-Jährige Einkäufe gemacht haben.

Jetzt übernimmt eine Sonderkommission den Fall, die auch im weiteren Umfeld der Frau ermitteln wird.

Viele Neonazis in Cottbus

Die Sorge der Stadt ist nicht unbegründet. Cottbus hat ein Problem mit Rechtsradikalen. Erst im Januar marschierten rund hundert Neonazis mit Fackeln und ausländerfeindliche Parolen skandierend durch die Stadt.

Unangekündigt und unbehelligt von der Polizei - obwohl der Aufmarsch nur wenige hundert Meter vor der Polizeizentrale durchgeführt wurde.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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(jg)

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