WIRTSCHAFT
03/03/2017 16:05 CET

DHL liefert Pakete jetzt auch mit dem Fahrrad aus - davon könnten wir alle profitieren

dpa
DHL Paketzusteller radeln durch die Frankfurter Innenstadt - Pilotprojekt gestartet

  • Der Lieferdienst DHL Express startet ein Pilotprojekt mit neu entwickelten Lastenfahrrädern

  • Damit sollen Dokumente und Pakete in der Innenstadt geliefert werden

  • In Frankfurt und im niederländischen Utrecht begann das Pilotprojekt am Mittwoch

Der Paketzusteller DHL Express hat am Mittwoch in Frankfurt und im niederländischen Utrecht ein Pilotprojekt gestartet. Dabei sollen zukünftig Dokumente und kleine Pakete mit einem Lastenfahrrad innerhalb der Innenstädte zugestellt werden.

Die Lastenfahrräder, die so genannten “DHL-Cubicycles” sind mit Containerboxen ausgestattet und speziell für dieses Projekt entwickelt worden, berichtet das Börsen-Portal “Wallstreet Online”.

Umweltfreundliche und schnelle Lieferung

Ziel des Projekts ist es, eine umweltfreundliche und schnelle Zustellung von Paketen zu fördern. Jährlich soll diese Form der Paketzustellung über 16 Tonnen CO2 einsparen. Ein Kurier könne dabei bis zu 90 Pakete pro Fahrt transportieren, so DHL Express auf Anfrage von “Wallstreet Online”.

Mit Projekt könnte auch der Verkehr in der Innenstadt entlastet werden. Tobias Wider von DHL Express erklärt gegenüber dem Portal weiter, dass “der große Wachstum bei Bestellungen übers Internet und der steigenden Verkehrsdichte die Zustellung in den Innenstädten zunehmend eine besondere Herausforderung darstellen.” Insgesamt sind zum Projektstart bisher zwei Kurierfahrer in Frankfurt im Einsatz.

Jährlich sterben 32.000 Deutsche an den Folgen von Luftverschmutzung

Das Frankfurter Umweltamt sieht die umweltfreundliche Entwicklung in Frankfurt insgesamt positiv und schreibt dazu, die Feinstaub-Konzentrationen seien in der Stadt insgesamt rückläufig. Der Grenzwert könne seit vielen Jahren sicher eingehalten werden.

Das Projekt der DHL unterstützt also die bereits positive Entwicklung in Frankfurt. Im Rest von Deutschland sieht das Bild jedoch anders aus.

Nur 13 von 161 gelisteten Städten hielten die Grenzen für feinen Staubs in der Luft ein. In Deutschland würden an den Folgen von Luftverschmutzung etwa 32.000 Menschen frühzeitig sterben, sagte Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz der "Süddeutschen Zeitung".

Zu viele Lieferdienste

Es gibt aber auch kritische Stimmen zum Pilotprojekt von DHL Express.

Martin Seißler, Chef des Transportdiensts Velogista, sieht das Projekt im Interview mit dem Berliner “Tagesspiegel” problematisch. “Leider wollen die großen Lieferdienste ausschließlich unter der eigenen Marke unterwegs sein. Dadurch werden viele Kunden parallel von verschiedenen Unternehmen angefahren. Das produziert viel Verkehr. Genau den wollen wir ja vermeiden", sagt Seißler.

Er hat sein Unternehmen Velogista schon 2014 gegründet. Durch seinen größten Auftraggeber, dem Logistik-Dienstleister DB Schenker, habe Velogista 2016 insgesamt 2000 Sendungen ausgeliefert, berichtet der “Tagesspiegel”. Im Gegensatz zu DHL Express, setze Velogista auf elektrobetriebene Fahrräder, die höchstens eine Last von 250kg tragen können.

Das Pilotprojekt von DHL soll nach zweimonatigen Tests in Frankfurt und Utrecht auch auf die Großstädte Berlin, Düsseldorf und Stuttgart ausgeweitet werden.

Mehr zum Thema: Mit dem Dienstrad lassen sich Umwelt und Steuergelder retten

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(ll)

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