Nach einem Urlaub spaltet ein Autogewinn die Freunde - jetzt hat der Richter entschieden

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BEER DRINKING BOTTLE
Zuerst tranken sie gemeinsam Bier - dann zerbrach ihre Freundschaft (Symbolbild) | Alija via Getty Images
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  • Ein junger Mann gewinnt ein Auto - und muss nun vor Gericht
  • Denn den Wagen hat er bei einer gemeinsamen Reise mit Freunden gewonnen
  • Seine einstigen Mitreisenden wollen ihren Anteil

Ein Auto spaltet eine Clique - so sehr, dass die Freunde sich nun vor dem Richter wiedersehen. Es geht um ein Auto, dass einer auf der gemeinsamen Reise gewonnen hat.

Damals wollte die Gruppe noch gemeinsam weg und ein Wochenende am nordhessischen Edersee verbringen. Die Freunde teilen die Kosten, und ein oder zwei Kästen Bier haben sie auch dabei.

Allein: In einem der Kronkorken verbirgt sich ein Hauptgewinn, ein Auto. Ein Gericht muss nun klären, was die Clique aus dem Sauerland zerstritten hat. Denn während einer der Freunde das Auto für sich behielt, weil er den Korken gezogen hatte, erhob eine Mitreisende Anspruch auf ein Fünftel des gewonnenen Wertes. Schließlich habe man die Kosten der Reise durch die Zahl der Freunde geteilt. Das müsse auch für den Gewinn gelten.

Die Fronten sind verhärtet. Einen Vergleich lehnten die einstigen Freunde und heutigen Streithähne bereits ab. Nun entscheidet das Landgericht in Arnsberg.

Gewinner fuhr den Audi und verkaufte ihn dann

Der Mann aus dem sauerländischen Schmallenberg hatte zuvor das entscheidende Autosymbol auf der Innenseite eines achtlos auf den Tisch geworfenen Kronkorkens entdeckt und den Wagen bei der Kronkorken-Aktion der Brauerei Krombacher im Frühjahr 2015 gewonnen. Die Brauerei übergab ihm einen von 111 ausgelobten Audi A3 Sportback, der Mann fuhr das Auto auch eine Weile und verkaufte den Wagen dann.

Die Richter schlugen deshalb vor, den Betrag für das für 17.500 Euro weiterverkaufte Auto einfach durch die Anzahl der Freunde zu teilen.

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3500 Euro - für die Frau zu wenig

Rund 3500 Euro für jeden also - das war der klagenden Frau aber nicht genug. Für sie ist nicht der Listenpreis des Autos maßgeblich, sondern der Wert bei Auslieferung, der um ein Vielfaches höher gewesen sei.

Sie klagt daher auf 5736 Euro Anteil. Auch der Gewinner lehnte den Vorschlag für den Vergleich ab. Ein Angebot zur Versöhnung in Höhe von 1000 Euro nahm die Klägerin ebenfalls nicht an.

"Es war auch ein Spiel untereinander, weil immer der Zufall mit im Raum stand", argumentiert der Anwalt des beklagten Gewinners. Das sieht die Anwältin der Gegenseite anders: "Wir meinen, wenn sich alle die Kosten teilen, dann muss das auch für den Gewinn gelten."

Und der Richter sah das wohl ähnlich: Letztlich sprach die Kammer der Frau nun 4268 Euro zu.

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