Yücel schreibt Brief aus dem Gefängnis: "Das Urteil bringt mich zum Lachen"

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  • Deniz Yücel hat aus dem Gefängnis in Istanbul einen Brief geschrieben
  • Darin schreibt er, seine Haftbedingungen hätten sich verbessert
  • Über die Urteilsbegründung müsse er "noch immer lachen"

Das Schicksal des in der Türkei inhaftierten "Welt"-Reporters Deniz Yücel schlägt weiter hohe politische Wellen. Jetzt hat Yücel sich zum ersten Mal aus seiner Gefangenschaft zu Wort gemeldet. Der "Welt" liegt ein Brief des Journalisten vor, den er schrieb, als seine Anwälte Yücel im Istanbuler Gefängnis Metris besuchten.

Seitdem wurde er in ein anderes – laut "Welt" ähnliches – Gefängnis verlegt. Yücel beschreibt in seinem Brief, wie sich seine Umstände durch die Haft im Vergleich zum Polizeigewahrsam verbessert hätten.

Yücel schreibt: "Es mag sich merkwürdig anhören, aber mir kommt es so vor, als hätte ich ein kleines Stück meiner Freiheit zurückgewonnen: Tageslicht! Frische Luft! Richtiges Essen! Tee und Nescáfe! Rauchen! Zeitungen! Ein echtes Bett!"

"Das bringt mich noch immer zum Lachen"

Dem Journalisten wird vorgeworfen, Terrorgruppen wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die in der Türkei als solche geltende Hizmet-Bewegung Fethullah Gülens zu unterstützen. Die Untersuchungshaft, die gegen ihn verhängt wurde, kann nach türkischem Recht bis zu fünf Jahre dauern.

Yücel zeigte trotz seiner Haft unbeeindruckt Haltung: "Obwohl sie mich meiner Freiheit beraubt haben, bringen mich das Verhör und die Urteilsbegründung noch immer zum Lachen." Er bedankte sich bei "allen Freunden, Verwandten, Kollegen, und allen, die sich für mich einsetzen".

"Glaubt mir: Es tut gut, verdammt gut", erklärt der Reporter zum Abschluss seines Schreibens.

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(jg)

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