Harvard-Wissenschaftler finden das eine Geheimnis für erfülltes Leben - nach 75 Jahren Forschung

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Harvard-Wissenschaftler haben das eine Geheimnis für ein erfülltes Leben gefunden. | iStock
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Die Frage nach dem Schlüssel zu einem glücklichen Leben ist so alt wie die Menschheit selbst.

Noch nie aber hat sich jemand wohl so intensiv und so lange mit der Frage nach einem erfüllten Dasein beschäftigt wie Wissenschaftler der renommierten Harvard-Universität.

Mehrere Generationen von Forschern verfolgten über 75 Jahre den Lebensweg von 456 Männern aus einfachen Verhältnissen und parallel dazu den von 268 männlichen Harvard-Absolventen.

Nun haben sie ihre Ergebnisse in der Studie “Grant and Glueck” veröffentlicht.

Weder beruflicher Erfolg noch Reichtum machen dauerhaft glücklich

Anhand von Blutanalysen und Gehirnscans aber auch mit Hilfe von persönlichen Gesprächen kamen die Forscher zu einer eindeutigen Erkenntnis: Es gibt eigentlich nur ein einziges Geheimnis eines glücklichen Lebens.

Ihr Ergebnis: Weder beruflicher Erfolg noch Reichtum machen dauerhaft zufrieden, sondern allein glückliche und erfüllte Beziehungen.

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Die Studie zeigt deutlich, welche positiven Auswirkungen die Liebe nicht nur auf unsere emotionale Stabilität, sondern auch auf unsere Gesundheit hat.

Die Anwesenheit eines geliebten Menschen vermag laut der Wissenschaftler sowohl psychischen als auch physischen Schmerz zu lindern. Außerdem trägt eine vertrauensvolle Beziehung zu einem entspannten Nervensystem und einem gesunden Gehirn bei.

Einsamkeit kann zu einem früheren Tod führen

Menschen hingegen, die sich einsam fühlen, neigen der Studie zufolge eher zu schlechter Gesundheit und sterben mitunter früher.

Robert Waldinger, der Direktor der Studie, betonte in einem TED-Vortrag, dass nicht die Anzahl der Freunde oder eine feste Beziehung ausschlaggebend seien, sondern vielmehr die Qualität der Beziehung zu anderen Menschen.

Diese Qualität definiert sich vor allem durch Tiefe der Beziehung und das Vertrauen, sich dem anderen öffnen zu können und man selbst zu sein.

Der Psychiater George Vaillant, der von 1972 bis 2004 an der Studie mitarbeitete, sagte dem Portal "Inc.com", es gebe zwei grundlegende Elemente für ein glückliches Leben: "Das eine ist die Liebe. Das Andere ist es, einen Lebensweg zu finden, der Liebe nicht vertreibt."

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Wichtig ist es, sich Traumata zu stellen

Dies setzt auch voraus, dass man lernt, mit Lebenskrisen umzugehen und sie nicht zur Belastung für die Beziehung zu Freunden und Partner werden zu lassen.

Entscheidend sei es, sich Traumata zu stellen und an der eigenen Fähigkeit zu arbeiten, mit Belastungen und Stress umzugehen. Nur so sei man fähig, tiefe und langfristige Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.

Die Botschaft der Langzeitstudie ist damit eindeutig: Nicht Geld, nicht Gesundheit, sondern sich selbst und andere zu lieben ist der Schlüssel zu einem glücklichen, erfüllten Leben.

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(lk)

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