POLITIK
02/03/2017 05:46 CET | Aktualisiert 02/03/2017 10:15 CET

Kontakte nach Moskau: Drei Enthüllungen setzen Trump-Regierung unter Druck

MANDEL NGAN via Getty Images
Kontakte nach Moskau: Drei Enthüllungen setzen Trump-Regierung unter Druck

  • Enthüllungen über mögliche Verbindungen zwischen Trump und der russischen Regierung erschüttern das Weiße Haus

  • Der heutige Justizminister soll sich mehrmals mit dem russischen Botschafter getroffen haben

  • Bei Ermittlungen verheimlicht er diese Begegnungen während des Wahlkampfs

Eine Serie von Enthüllungen in der Nacht zum Donnerstag setzt die Regierung von US-Präsident Donald Trump unter Druck. Es geht um Verbindungen nach Russland während des Wahlkampfs im vergangenen Jahr.

1. Obamas Leute hatten Angst, dass Hinweise zu Treffen unter den Tisch gekehrt werden

Nach einem Bericht der "New York Times" hatten Beamte der Regierung Präsident Obamas Sorge, dass Hinweise auf Verbindungen zwischen Trump und Russland unter den Tisch gekehrt werden könnten. Sie verbreiteten also ihre Informationen in den letzten Tagen von Obamas Amtszeit, um eine spätere Ermittlung in dieser Sache zu ermöglichen.

Demnach haben britische und niederländische Geheimdienstler berichtet, dass sich Trump nahestehenden Personen mit Vertretern der russischen Regierung in europäischen Hauptstädten getroffen haben.

Der US-Geheimdienst soll außerdem Gespräche zwischen Russen, unter anderem im Kreml, und Trumps Leuten abgehört haben, in denen solche Treffen diskutiert wurden.

2. Justizminister Sessions hatte doch Kontakt zu Russen

Die "NYT" berichtet weiter, ein ehemaliger US-Beamter habe gesagt, dass der neue US-Justizminister, Jeff Sessions, während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr zwei Mal mit dem russischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Sergej Kisljak, gesprochen habe. Die "Washington Post" berichtete am Mittwoch als erste über die Treffen und bezog sich auf Quellen im Justizministerium.

Sessions hatte in seiner Senatsanhörung für den Posten des Justizministers die Treffen nicht erwähnt.

Das Justizministerium teilte nun am Mittwochabend mit, die Männer seien einmal bei einem Bürobesuch aufeinandergetroffen, als Sessions seiner Funktion als Mitglied des Verteidigungsausschusses im Senat nachgekommen sei. Bei dem zweiten Treffen nach einer Rede in der Washingtoner Denkfabrik Heritage Foundation seien auch andere Botschafter anwesend gewesen, teilte das Justizministerium mit.

Sessions veröffentlichte am Mittwoch dann eine Mitteilung, er habe sich nie mit Vertretern der russischen Regierung getroffen, um die Wahlkampagne zu besprechen.

3. Das FBI untersucht die Kontakte von Sessions

Gleichzeitig meldete das "Wall Street Jornal", dass US-Ermittler Sessions Treffen mit dem Botschafter untersucht hätten. Diese Ermittlungen seien Teil der Untersuchungen über mögliche Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfkampagne und der russischen Regierung gewesen.

Das FBI ermittelt derzeit, ob Russland zugunsten des heutigen US-Präsidenten Trump Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl genommen hat. Im US-Repräsentantenhaus sagte der demokratische Abgeordnete Adam Schiff, Sessions müsse sich von jeglicher Rolle in den Ermittlungen wegen Voreingenommenheit zurückziehen.

Dies sei keine Forderung, sondern "ein Muss". Das Weiße Haus gab zunächst keinen Kommentar ab.

Was jetzt neu bekannt wurde, sind nur Details. Auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders spektakulär. Aber sie reichen bereits jetzt aus, um die Glaubwürdigkeit Sessions zu erschüttern - ganz egal, was bei den Treffen gesprochen wurde. Ob es um netten Smalltalk oder geheime Details ging.

Nancy Pelosi, Vorsitzde der Demokraten im Repräsentantenhaus, verbreitete ein Statement, in dem sie Sessions' Rücktritt fordert. "Jeff Sessions hat unter Eid während seiner Anhörung vor dem Senat gelogen", schrieb sie. So jemand könnte nicht als Chef der Justiz arbeiten.

Mit Material der AP

Auch auf HuffPost:

Diese 9 Dinge kann jeder Deutsche tun, um Donald Trump zu stoppen

(sk)