Revolutionärer Wandel: Was gerade in China passiert, stellt die deutsche Energiewende in den Schatten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
CHINA HYDRO
Die chinesische Drei-Schluchten-Talsperre | gyn9038 via Getty Images
Drucken
  • In China ist derzeit eine Energie-Revolution im Gange
  • Gegen die Prognosen von Experten lösen erneuerbare Energien dort zunehmend Kohlekraftwerke ab
  • Die Energiewende könnte massive positive Folgen für den Klimawandel haben

Deutschland ist mächtig stolz darauf, Vorreiter bei der Energiewende zu sein. Was derzeit in China passiert, stellt die deutschen Errungenschaften der letzten Jahre jedoch gewaltig in den Schatten.

Denn China ist derzeit dabei, eine 180-Grad-Wende zu schaffen, die dem Land wohl niemand zugetraut hätte. Wie das "Manager-Magazin“ berichtet, ging der Kohleverbrauch in China im vergangenen Jahr zum Vorjahr um 4,7 Prozent zurück.

Absolut wurde so eine Menge eingespart, die den gesamten Kohlebedarf von Großbritannien übersteigt.

Das zeigen aktuelle Daten des chinesischen Energieministeriums. Das Online-Magazin "The Energy Collective“ schreibt zu den Daten, der Wachstum in den Bereichen Wasserkraft, Wind und Solar sei 2016 in China fast genauso groß gewesen, wie die gesamte auf diese Weise produzierte Energie in Deutschland.

20 Prozent und wachsend

Noch vor etwa zwei Jahren hatte die Internationale Energie-Agentur pessimistisch prognostiziert, Chinas Kohleverbrauch werde bis 2030 permanent weiter zunehmen.

Und tatsächlich: China ist noch immer eine Dreckschleuder. Der Kohleanteil am chinesischen Energieverbrauch liegt noch immer bei 62 Prozent, manche Statistiken kommen gar auf ein paar Prozentpunkte mehr.

Doch der nun eingeleitete Wandel ist erstaunlich – und er könnte anhalten. Fast 20 Prozent des immer weiter steigenden Energiebedarfs werden mittlerweile mit erneuerbaren Techniken gedeckt.

In China entstehen so vor allem gigantische Wasserkraftwerke - etwa die Xiluodu-Talsperre, die im Jahr 2013 in Betrieb genommen wurde und zu den größten Kraftwerken ihrer Art gehört. Die Gesamtkosten des Projekts lagen bei über sieben Milliarden Euro.

Von diesen Investitionen in die Zukunft kann nicht nur China profitieren: Denn durch die grüne Energie-Revolution sinkt auch die Kohlendioxid-Emission massiv. Das "Manager Magazin“ zitiert Greenpeace-Kohleexperte Lauri Myllyvirta: Er glaubt, was in China gerade passiere, habe "die Aussichten, den Klimawandel unter Kontrolle zu bringen, komplett revolutioniert“.

Lerne mehr über Nachhaltigkeit auf Electrify the World - a Nissan Mobility Initiative.

(jg)