POLITIK
28/02/2017 17:35 CET | Aktualisiert 28/02/2017 22:31 CET

Bundesregierung bittet türkischen Botschafter zum Gespräch

Anadolu Agency via Getty Images
ROME, ITALY, FEBRUARY 27: German Foreign Minister Sigmar Gabriel and Italian Foreign Minister Angelino Alfano (not seen) hold a press conference after their meeting at the Farnesina, Italian Foreign Ministry headquarters, in Rome, Italy, on February 27, 2017. (Photo by Riccardo De Luca/Anadolu Agency/Getty Images)

  • Außenminister Gabriel sieht das deutsch-türkische Verhältnis durch die Inhaftierung des "Welt"-Korrespondenten massiv belastet

  • Das Auswärtige Amt hatte den türkischen Botschafter zu einem Gespräch eingeladen

Im Falle des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel hat das Auswärtige Amt den türkischen Botschafter zu einem Gespräch eingeladen. Das Gespräch führte Staatssekretär Walter Lindner.

Dem Botschafter sei deutlich gemacht worden, dass es "sehr große Bewertungsunterschiede" bei der Presse- und Meinungsfreiheit zwischen beiden Ländern gebe, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Die Solidarität mit Deniz Yücel ist der Ausdruck der klaren Haltung in der deutschen Öffentlichkeit."

"Eine der größten Belastungsproben in der Gegenwart"

Gabriel sieht die deutsch-türkischen Beziehungen durch den Fall schwer belastet. Das Verhältnis beider Länder "steht gerade vor einer seiner größten Belastungsproben in der Gegenwart", sagte er.

Der Fall Yücel mache für alle diejenigen, die sich um ein rationales Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei bemühten, die Arbeit "unendlich schwer", betonte Gabriel. Er forderte vollen Zugang der Botschaftsmitarbeiter in Istanbul zu Yücel, um ihn in der Untersuchungshaft zu betreuen.

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Das Auswärtige Amt korrigierte eine frühere Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, wonach es sich nicht um eine formelle Einbestellung des Botschafters gehandelt habe.

Ein Haftrichter in Istanbul hatte zuvor angeordnet, den "Welt"-Korrespondenten Yücel auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Behörden werfen dem 43-Jährigen "Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung“ vor. Verdächtige können in dem Nato-Partnerland bis zu fünf Jahre in Untersuchungshaft gesperrt werden. Yücel besitzt die deutsche und türkische Staatsbürgerschaft.

Für die Bundesregierung sagte der Außenminister: "Wir alle setzen uns mit großem Nachdruck dafür ein, dass Deniz Yücel so schnell wie möglich frei kommt und dass es zu einer guten Lösung kommt - für Deniz Yücel, für die Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch für das deutsch-türkische Verhältnis."

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