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28/02/2017 15:45 CET | Aktualisiert 28/02/2017 15:48 CET

Twitter-Nutzer sollen der russischen Botschaft "Fake-News" melden - die macht sich dabei lächerlich

Twitter
So wirbt das russische Generalkonsulat in Genf für das Enthüllungsportal von "Fake-News" über Russland

  • Um den negativen Nachrichten über Russland etwas entgegenzusetzen, hat Moskau begonnen "Fake-News" aufzulisten

  • Die russische Botschaft in Deutschland hat dieses Angebot nun auf Twitter beworben

  • Ihr passierte dabei ein folgenreicher Tippfehler, der das Vorhaben lächerlich macht

Moskau will Falschnachrichten über Russland in den westlichen Medien bloßstellen. So zumindest ein ambitionierter Plan. Bereits in der vergangenen Woche hatte das russische Außenministerium auf seiner Internetseite eine Rubrik für "Fake-News" eingerichtet.

Am Montag wollte nun auch die russische Botschaft in Deutschland auf dieses Angebot aufmerksam machen, verbunden mit einer Aufforderung: "Haben Sie auch solche Beispiele in deutschen Medien erfunden, schicken Sie uns diese einfach per Twitter oder Facebook zu!"

Auf den "herrlich ehrlichen Tippfehler" hatte zuerst der Moskau-Korrespondent Julian Hans hingewiesen.

Nicht nur der Freud'sche Fehler, auch gleich der erste eingesendete Artikel stellte die Kampagne bloß.

Ein Twitter-Nutzer verwies nämlich auf einen Artikel des russischen-staatlichen Nachrichtenportal "Sputnik News" über eine vermeintliche Vergewaltigung. Im Januar 2016 sorgte der Fall des Mädchens Lisa für Aufsehen, nachdem Außenminister Sergej Lawrow behauptet hatte, die Russlanddeutsche sei von Migranten in Berlin vergewaltigt worden. Der Vorwurf stellte sich allerdings rasch als falsch heraus.

Eine Woche - sechs "Fake-News"

Beispiele für "Fake-News" auf der Seite des russischen Ministeriums sind bisher Berichte über angebliche russische Hackerangriffe im Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich sowie über angebliche Pläne Russlands, den Whistleblower Edward Snowden an die USA auszuliefern.

Dazu bekommen Bilder der Artikel einen roten Stempel "Fake". Darunter steht, dass die Information nicht den Tatsachen entspreche. Gegendarstellungen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Ebenso halten sich die vermeintlichen Enthüllungen in Grenzen. Das Portal entlarvte in knapp einer Woche ihres Bestehens bisher nur sechs "Fake-News".

(Mit Material der dpa)

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(cho)