"SchulzFakes": Die CSU geht erbarmungslos auf den SPD-Kandidaten los

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ANDREAS SCHEUER
Secretary general of the Christian Social Union (CSU) Andreas Scheuer arrives at CSU headquarters in Munich January 7, 2014. REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: POLITICS HEADSHOT) | Michaela Rehle / Reuters
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  • Die CSU attackiert den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz ungewöhnlich hart
  • Generalsekretär Scheuer wirft ihm falsche Versprechungen vor
  • Die Landesgruppenchefin Hasselfeldt nennt ihn sogar einen "Quacksalber"

Die Umfrage-Erfolge des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz schrecken die Union auf. Während CDU-Chefin Angela Merkel erstmal abwartet, geht die CSU zum Angriff über.

"Der Kandidat Schulz redet das Land schlecht, obwohl die SPD mitregiert“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer der "Passauer Neuen Presse".

"Er verspricht den Leuten das Blaue vom Himmel." Schulz operiere mit falschen Zahlen und Fakten. "Diese SchulzFakes werden wir aufdecken. Der 'BrüsselSchulz' hat in der SPD bei der Agenda 2010 immer mitgemacht und als 'BerlinSchulz' macht er eine Vollbremsung", so der CSU-Politiker weiter. "Die Mehrheit der Deutschen hält den Kandidaten Schulz schon jetzt für unglaubwürdig."

"Schulz redet die Spaltung der Gesellschaft herbei"

Auch die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt attackiert Schulz ungewöhnlich hart. Sie hat dem SPD-Kanzlerkandidaten "Zündelei" vorgeworfen.

"Schulz redet die Spaltung der Gesellschaft herbei, nur damit seine Wahlkampfstrategie aufgeht", sagte Hasselfeldt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Dass dieser außerdem die Union für eine angeblich schlechtere Sicherheitslage verantwortlich mache, nannte Hasselfeldt "infam".

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Die Fakten sprächen eine andere Sprache: "Der Vergleich Nordrhein-Westfalens mit Bayern zeigt, dass SPD-Regierungen bei der Inneren Sicherheit versagen", betonte die Chefin der CSU-Abgeordneten im Bundestag.

Laut Statistik sei zum Beispiel das Risiko, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, in NRW sechsmal höher als in Bayern. Auch die Zahl der Polizisten pro 100.000 Einwohner sei in Bayern höher als in Nordrhein-Westfalen.

"Unredlich und gefährlich"

"Es ist jetzt keine Zeit für linke Experimente“, erklärte Hasselfeldt. Schulz handele "wie ein Quacksalber, der den Menschen eine Krankheit einredet, damit er ihnen dann eine teure Kur verkaufen kann". Das sei "unredlich und gefährlich".

Bereits gestern hatte der innenpolitische Sprecher der Union-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, im Gespräch mit der Huffington Post Schulz heftig kritisiert. Der SPD-Mann hatt zuvor in einer Rede in Leipzig der Union die Schuld für die schlechte Sicherheitslage in Städten gegeben. CDU und CSU hätten diese durch Einsparungen verursacht.

"Herr Schulz verliert mit seinem Vorwurf jeglichen Bezug zur Realität", sagte Mayer. "Er sollte zur Kenntnis nehmen, dass für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land vorrangig die Länder zuständig sind", sagte Mayer.

Tatsächlich sei die SPD die Partei, welche sicherheitspolitische Anliegen blockieren würde. "Hinzu kommt, dass bisherige Erfolge in der Sicherheitspolitik wie die Wiedereinführung der Mindestspeicherungsfristen der SPD entweder mühsam abgerungen werden mussten oder, wie etwa im Falle einer höheren Mindeststrafe für Wohnungseinbrüche, immer noch blockiert werden", so Mayer.

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