POLITIK
27/02/2017 08:55 CET | Aktualisiert 27/02/2017 12:00 CET

Vor 100.000 Zuschauern: Nazis treten bei Würzburger Faschingsumzug auf und sorgen für Eklat

BR/Screenshot
Die Neonazis hielten auch ein Transparent hoch: "Wir wissen genau Abschieben wird uns keine Sau!"

  • Am Sonntag haben fast ein Dutzend Neonazis den Würzburger Faschingsumzug als Bühne genutzt

  • Die Anhänger der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" färbten sich ihre Gesichter schwarz

  • Sie bedienten mit ihrer Darstellung rassistische Stereotype über Flüchtlinge

Der Würzburger Festumzug am Faschingssonntag gilt als der größte außerhalb des Rheinlandes. Auch am Sonntag säumten etwa 100.000 Zuschauer die Straßen der fränkischen Stadt.

Diese Bühne nutzten auch einige Anhänger der Neonazi-Partei "Der III. Weg", um Propaganda zu verbreiten.

Fast ein Dutzend Rechtsextreme schlossen sich dem Festumzug an - mit einer rassistischen Darbietung. Bis auf eine Person, die sich als Kanzlerin Merkel verkleidete, färbten sich die anderen Teilnehmer ihre Gesichter schwarz. Zwei Beteiligte trugen ein Transparent mit der Aufschrift: "Wir wissen genau Abschieben wird uns keine Sau!"

Nicht nur mit dem so genannten Blackfacing, auch mit Rufen von "Money, money, money" ("Geld, Geld, Geld") bedienten die Neonazis rassistische Stereotype von Flüchtlingen, die angeblich nach Deutschland kommen, um hier auf Kosten der Allgemeinheit zu leben.

Am Sonntagabend prahlte der "Der III. Weg" auf Facebook mit der Aktion. Dabei zeigte die Partei auch ein eigenes Video.

Die Rechtsextremen wählten wohl den Würzburger Umzug, da dieser live im Fernsehen vom "Bayerischen Rundfunk" übertragen wurde. Die Rechtsradikalen waren rund 30 Sekunden zu sehen, danach schwenkten die Kameras ab.

Es ist unklar, ob "Der III. Weg" offizieller Teil des Umzuges war oder die Anhänger diesen unterwanderten. Das lokale Blog "Würzburg erleben" schreibt allerdings von einer "Guerilla-Aktion von Rechtsextremen". Demnach hätten sich Aktivisten der Partei unbemerkt in den Zug eingereiht.

(ben)