Herber Rückschlag für Le Pen: Ein anderer ist auf dem Weg, Präsident zu werden

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Herber Rückschlag für Le Pen: Ein anderer ist auf dem Weg, Präsident zu werden | Stephane Mahe / Reuters
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  • Die französische Präsidentschaftskandidatin Le Pen verliert in Umfragen stark an Zustimmung
  • Emmanuel Macron würde eine Stichwahl gegen Le Pen gewinnen

Die französische Rechtsaußen-Partei Front National (FN): Lange galt sie als Speerspitze des europäischen Rechtspopulismus. Alles sah danach aus, dass FN-Chefin Marine Le Pen beste Chancen hat, die französische Präsidentschaftswahl zu gewinnen.

Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet: Der unabhängige Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron führt nach einer aktuellen Umfrage deutlich vor Le Pen.

Im Falle einer Stichwahl, so erfasste es das französische Institut Opinionway, führe Macron mit 62 zu 38 Prozent vor der FN-Frontfrau.

Bei der ersten Wahlrunde, bei der im April mehr als zwei Kandidaten gegeneinander antreten, sieht das Bild für Le Pen dagegen noch etwas besser aus. Hier kann sie derzeit mit 26 Prozent rechnen, Macron nur mit 24.

Heißt: Die Franzosen sind gespalten, für welche Alternative sie sich entscheiden sollen. Kommt es aber zur Wahl zwischen der rechten Kandidaten und einer liberaleren Alternative, würden sie sich – Stand jetzt – gegen Le Pen entscheiden.

Der neue Favorit: Emmanuel Macron

Macron, der neue Favorit, war im Kabinett des Premierministers Manuel Valls Wirtschaftsminister. Er gilt als Liberaler, bezeichnet sich aber selbst häufig als Sozialist – und das obwohl er regelmäßig gegen Gewerkschaften schießt und tendenziell eher wirtschaftsliberale Standpunkte vertritt.

Dazu erklärte er einst in der "New York Times“: "Für mich bedeutet Sozialist zu sein heutzutage, die Arbeitslosen, die Jobsuchenden, aber auch den Geschäftsmann, der eine Firma gründen will, zu verteidigen."

Die große Verliererin: Marine Le Pen

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hatte mit einem Frontalangriff gegen die Ermittlungsbehörden zuletzt scharfe Kritik ausgelöst.

Die Front-National-Chefin hatte behauptet, dass ihre politischen Gegner versuchten, den Staatsapparat gegen sie einzusetzen. Hintergrund sind Ermittlungen der Justiz zur Beschäftigung von Mitarbeitern durch Europaabgeordnete der Front National.

Le Pen warnte die Staatsbeamten vor einer Beteiligung an "krummen Schachzügen“, da sie nach einem Machtwechsel "die Verantwortung für diese illegalen Methoden“ übernehmen müssten. Ermittlungsrichter seien nicht dazu da, "den Willen des Volkes zu durchkreuzen“.

Die Polizeigewerkschaft Alliance wertete Le Pens Aussagen als Drohungen. Le Pen hatte vergangene Woche eine Befragung durch die Polizei in der Affäre verweigert; sie will erst nach den Wahlen mit den Ermittlern sprechen. Auch die Medien hatte Le Pen bei der Kundgebung am Sonntag scharf attackiert.

Mit Material der dpa.

(ks)