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26/02/2017 09:36 CET | Aktualisiert 26/02/2017 10:56 CET

Nächster Tabubruch: Donald Trump sagt Teilnahme an Presse-Gala im Weißen Haus ab

Yuri Gripas / Reuters
Nächster Tabubruch: Donald Trump sagt Teilnahme an Presse-Gala im Weißen Haus ab

Donald Trump hasst die Medien. "CNN", "New York Times", "Washington Post" - für den US-Präsidenten sind alle liberalen Medienhäuser Fake News und "Feinde des amerikanischen Volkes".

Zuletzt verweigerte er ihnen sogar den Eintritt ins Weiße Haus. Mehrere Trump-kritische Medienhäuser durften nicht von der dort stattfindenden täglichen Presserunde berichten - darunter auch die Huffington Post.

US-Chefredakteurin Lydia Polgreen zeigte sich von der Entscheidung tief verstört. "Wir hoffen, dass das Weiße Haus erkennt, wie wichtig es ist, alle wichtigen Medienhäuser zu Briefings über Themen des öffentlichen Interesses zuzulassen", schrieb sie in einem Statement.

Am Samstagabend folgte jetzt Trumps nächster Tabubruch: Er sagte seine Teilnahme am legendären Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus ab. Das verkündete der US-Präsident am Samstagabend (MEZ) auf Twitter.

Die Presse-Gala hat eine jahrzehntelange Tradition. Sie wird seit 1921 veranstaltet. Traditioneller Höhepunkt des Abends ist eine Ansprache des US-Präsidenten, in der er die Medien und sich selbst mit viel Witz und Ironie kritisiert.

Trump war regelmäßig Gast beim Korrespondenten-Dinner

In der Vergangenheit war Donald Trump regelmäßig zum Korrespondenten-Dinner eingeladen worden - und nicht immer war es für ihn ein angenehmer Abend. So wurde er zum Beispiel im Jahr 2011 von Barack Obama während dessen Rede heftig angegangen.

Der Hintergrund: Trump hatte im Vorfeld angezweifelt, dass Obama tatsächlich in den USA geboren und kein Muslim sei. Er verlangte vom Präsidenten, dass dieser seine Geburtsurkunde öffentlich mache. Trumps Forderung war völlig absurd: Barack Obama wurde auf Hawaii geboren, wie der US-Bundesstaat auch bestätigte.

Beim Korrespondenten-Dinner 2011 musste sich der Milliardär dann selbst einiges anhören. "Donald Trump ist heute Abend hier", sagte Obama, "und niemand ist glücklicher als 'The Donald', dass diese Geschichte mit der Geburtsurkunde vorbei ist." Jetzt könne sich Trump wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren: "Haben wir die Mondlandung nur gefälscht? Was ist wirklich in Roswell passiert? Und wo sind Biggie und Tupac?"

Vielleicht sind es Trumps schlechte Erinnerungen an diesen Abend im Jahr 2011, die seine Absage erklären. Vielleicht ist sie nur ein weiteres Scharmützel in seinem Krieg gegen die US-Medien.

Mehr zum Thema: Die US-Medien führen einen Erschöpfungskampf gegen Donald Trump - sie können ihn nicht gewinnen

Doch eines ist sicher: Die Gala wird auch ohne Trump stattfinden. Die Vereinigung der Korrespondenten im Weißen Haus erklärte, sie halte an der Veranstaltung fest.

(mm)

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