Hier gibt Trumps Sprecher zu, dass die USA gerade mehr Diktatur denn Demokratie sind

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  • Trumps Sprecher hat Journalisten von einem offiziellen Briefing ausgeschlossen
  • Noch im Dezember hatte er dies mit einer Diktatur in Verbindung gebracht
  • Im Video seht ihr die Passage im Original

Es ist grotesk: Sean Spicer, der Sprecher des US-Präsidenten Donald Trump, hat diese Woche kritische Journalisten - unter anderem von "New York Times", "Politico" und CNN - von einem offiziellen Presse-Briefing ausgeschlossen.

Dabei waren dagegen Vertreter konservativer bis rechter Medien, aber auch ein Reporter der renommierten "Washington Post".

Noch im Dezember hatte er im Fernsehen getönt, dass so etwas Kennzeichen einer Diktatur sei. Kenneth Vogel, Journalist des US-Politikmagazins "Politico", hat die Passage ausgegraben, sie kursiert jetzt auf Twitter und Youtube.

Darin soll Spicer die Frage beantworten, ob Trump wie schon im Wahlkampf auch als Präsident Medienvertreter ausschließen wird, deren Berichterstattung ihm missfällt. Spicer sagte wörtlich:

"Sehen Sie, es gibt einen großen Unterschied zwischen einer Kampagne, die mit privaten Spendengeldern finanziert wird, und einem Regierungsorgan. Wir haben Respekt vor der Presse, wenn es um Regierungsfragen geht. Da kann man niemanden ausschließen. (...) Das ist es, was eine Demokratie von einer Diktatur unterscheidet."

"Wenn man wohlwollend ist ..."

Die Seite "Vox" führt an, wenn man wohlwollend argumentiere, könne man noch behaupten, dass Trumps Team im Wahlkampf bestimmte Medien, darunter die Huffington Post, generell von seinen Veranstaltungen ausgeschlossen habe. Im aktuellen Fall seien Medienvertreter vermutlich nur für diese eine Pressekonferenz außen vor geblieben.

Das allerdings ist eine schwache Entschuldigung. Denn Spicer hat in jedem Fall den Weg eingeschlagen, vor dem er selbst gewarnt hatte.

(ks)

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