CDU-Politiker Lorenz Caffier: "Wir sind von verrückten Staatenlenkern umzingelt - Angela, hilf uns!"

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Angela Merkel und Lorenz Caffier beim Parteitag in Stralsund | dpa
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  • Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern wählt Angela Merkel zur Spitzenkandidatin
  • CDU-Landeschef Caffier wendet sich dabei mit einem kuriosen Appell an die Kanzlerin
  • Die greift in ihrer Rede erstmals den SPD-Kanzlerkandidaten Schulz direkt an

Ganz Deutschland ist von verrückten Staatenlenkern umzingelt - das Land ist wehrlos.

Ganz Deutschland? Nein!

In Berlin hört eine einzelne Frau nicht auf, Widerstand zu leisten.

Ungefähr so sieht Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Lorenz Caffier Kanzlerin Angela Merkel.

Caffier sprach am Samstag auf einem Landesparteitag in Stralsund, auf dem Merkel mit 95 Prozent der Stimmen zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl gewählt wurde. Merkel steht damit auf Platz 1 der Landesliste.

"Deutschlands beste Antwort darauf ist Angela Merkel"

Deutschland und Europa stünden vor großen Herausforderungen, verschärft würden die Probleme durch das Vorgehen ausländischer Spitzenpolitiker, sagte Caffier in seiner Lobrede auf Merkel. Explizit nannte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und US-Präsident Donald Trump.

"Deutschlands beste Antwort darauf ist Angela Merkel. Liebe Angela, hilf uns! Wir sind umzingelt von verrückten, rücksichtslosen und unberechenbaren Staatenlenkern", polterte Caffier unter dem Beifall der rund 150 Delegierten, zu denen auch Merkel gehörte.

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern demonstriert damit Zuversicht für die Bundestagswahl im September - trotz des Umfragehochs der SPD. In den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Kritik aus der Union an Kanzlerin Merkel gegeben, weil sie sich nicht zu Schulz äußern und sich nicht gegen ihn positionieren wollte.

Genau das tat aber Merkel am Samstag. Sie sagte an Martin Schulz gerichtet: "Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich mit der Agenda 2010 um Deutschland verdient gemacht", betonte die CDU-Vorsitzende. Sie machte damit deutlich, dass sie die Vorschläge des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zur Änderung der Reform ablehnt.

Kanzlerin greift Schulz an

Den Namen ihres Herausforderers nannte sie in ihrer halbstündigen Rede allerdings nicht. Schulz plädiert unter anderem dafür, die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld I zu verlängern.

Für die CDU gehörten wirtschaftlicher Erfolg, wirtschaftliche Tatkraft und sozialer Ausgleich zusammen, betonte Merkel. "Die Christlich-Demokratische Union ist die Partei, die gleichermaßen sagt, wir müssen uns überlegen, wie etwas erwirtschaftet wird, wie überhaupt Steuereinnahmen beim Staat ankommen und gleichzeitig überlegen, wie wir sie gerecht verteilen."

Den Parteien links von der Union warf sie vor, einen Wettbewerb darum zu führen, was alles verteilt werden könne. "Es gibt einen geringen Andrang bei denen, die über das Erwirtschaften reden. Wir reden über beides", sagte sie.

Auch Caffier richtete massive Kritik an die Adresse des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Wie kein anderer stehe der ehemalige EU-Parlamentspräsident für ein "verkrustetes und bürokratisches Europa".

"Treppenwitz der Geschichte"

Caffier zeigte sich überzeugt, dass der Höhenflug der SPD in den Umfragen nur eine Momentaufnahme sei.

"Es sind noch sieben Monate bis zur Bundestagswahl. Bis dahin wird die Anfangseuphorie der Sozis längst verflogen sein. Es werden ernste Themen und harte Fakten kommen."

Die von Schulz angekündigte Reform der Agenda 2010 sei "ein Treppenwitz der Geschichte" und stelle die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in Frage.

Mit Material der dpa

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