"Wollte es mal ausprobieren": So rechtfertigen sich die Verdächtigen im Wiener Gruppenvergewaltigungs-Prozess

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  • In Wien sollen neun Männer eine deutsche Lehrerin in der Silvesternacht verwaltigt haben
  • Am zweiten Prozesstag rechtfertigten sich die Verdächtigen

Beim Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer deutschen Lehrerin in Wien haben sich die Angeklagten teilweise gegenseitig belastet. Die Männer mussten am Donnerstag, dem zweiten Verhandlungstag, vor Richterin Petra Poschalko Angaben zur Sache machen.

Die Gruppenvergewaltigung soll sich am 1. Januar 2016 in Wien zugetragen haben. Das Opfer soll von mehreren Männern, die sie zuvor in einer Bar kennengelernt hatte in eine Wohnung in der Nähe des Wiener Praters gebracht worden sein. Dort hätten sich die Männer aus der Bar und weitere Mittäter abwechselnd an der Frau vergangen.

"Ich hatte noch nie mit einer Frau geschlafen"

Ein 23-Jähriger Angeklagter gab laut "Vienna Online" zu, mit der Frau Sex gehabt zu haben zu haben. Das sei sein erster Geschlechtsverkehr gewesen. "Ich habe noch nie mit einer Frau geschlafen und ich wollte es einmal ausprobieren", gab er nach einem Bericht von "Vienna Online" an. Eine Vergewaltigung stritt er allerdings ab. Er beteuerte, dass er nicht mit der Frau geschlafen hätte, wenn sie sich geweigert hätte.

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Auf die Nachfrage des Gerichts, woran er ihre Zustimmung zum Geschlechtsverkehr erkannt haben wolle, antwortete der Angeklagte: "Als ich ins Zimmer gekommen bin, hat sie mein Gesicht zu ihrem Geschlechtsteil gezogen".

Ein weiterer Angeklagter erklärte hingegen, dass er zum Tatzeitpunkt gar nicht in der Wohnung gewesen sei. So kenne er die Frau nicht einmal. "Ich schlafe mit niemanden, außer mit meiner Frau", zitiert "Vienna Online" den dreifachen Familienvater. Zudem gab er zu Protokoll, dass er von den anderen Angeklagten, die allesamt verwandt oder verschwägert sind, wegen einer Familienfehde im Irak zu Unrecht belastet werde.

DNA-Spuren sollen durch Niesen entstanden sein

Noch ein weiterer Angeklager stritt die Tat ab. Am Hals und im Gesicht des Opfers wurden allerdings DNA-Spuren des Mannes gefunden. Diesen Fund erklärte der Angeklagte folgendermaßen: "Ich habe entweder gehustet oder geniest." Ein Mitangeklagter widersprach der Behauptung des Mannes. Dieser blieb jedoch bei seiner Aussage.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag weiter geführt. An diesem dritten Verhandlungstag sollen die vier übrigen Beschuldigten vernommen werden. Danach ist die Aussage des Opfers geplant.

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