POLITIK
24/02/2017 14:56 CET

Weißes Haus soll das FBI aufgefordert haben, Russland-Kontakte der Trump-Berater zu dementieren

Jonathan Ernst / Reuters
Weißes Haus soll das FBI aufgefordert haben, Russland-Kontakte der Trump-Berater zu dementieren

  • Das Weiße Haus soll das FBI gebeten haben, Berichten über Moskau-Kontakte der Trump-Berater zu widersprechen

  • Der Vorgang ist nicht nur unüblich, sondern könnte illegal sein

  • Das FBI lehnte eine öffentliche Festlegung in dem Fall ab

Im Fall der dubiosen Russland-Kontakte seiner Berater im Wahlkampf wird es für US-Präsident Donald Trump jetzt hässlich. Wie CNN berichtet, soll Trumps Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, das FBI aufgefordert haben, entsprechende Berichte über gezielte Kontaktaufnahmen mit Moskau in den Medien öffentlich als falsch zu bezeichnen.

Das will der Sender aus informierten Kreisen erfahren haben. Am 14. Februar hatte die "New York Times“ berichtet, Trump-Berater hätten im Wahlkampf fortlaufend in Kontakt mit russischen Geheimdienstlern gestanden.

Priebus habe am Tag nach der Veröffentlichung den Kontakt zu dem FBI-Vize Andrew McCabe gesucht. Das FBI ist Priebus Forderung, so berichtet CNN weiter, nicht nachgekommen.

Eine solche direkte Kommunikation zwischen Weißem Haus und FBI ist nicht nur unüblich, sondern könnte auch gegen das Gesetz verstoßen haben. Versuchte die Trump-Regierung die unliebsame Berichterstattung durch die Geheimdienste zu unterbinden?

Trump-Sprecher: "Wir haben sie aufgefordert, die Wahrheit zu sagen"

Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte CNN, die Aufforderung, die Berichte zurückzuweisen, sei nur ausgesprochen worden, weil das FBI signalisiert hätte, dass der "New York Times“-Bericht nicht zutreffend sei.

Trumps Regierungssprecher Sean Spicer erklärte in der Nacht auf Freitag dazu: "Wir haben sie nicht gebeten, die Geschichte niederzuschmettern, sondern die Wahrheit zu sagen.“

Dennoch wirft der Vorfall erneut ein zweifelhaftes Licht auf die Moskau-Verbindungen der Trump-Kampagne. Das Trump-Umfeld scheint starkes Interesse daran zu haben, das Thema unter den Tisch zu kehren.

So soll es nicht bei einer Aufforderung des Weißen Hauses geblieben sein: Ein Mitarbeiter berichtet, Priebus habe das FBI nach dessen Zurückweisung gebeten, zumindest in Hintergrundgesprächen mit Journalisten die Berichte zu widerlegen.

Seit dem Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn wächst das Misstrauen gegenüber der Trump-Regierung. Flynn hatte Ende Dezember, noch ehe er ein offizielles Amt innehatte, mit Russlands Botschafter Sergei Kisljak telefoniert - ungefähr zu der Zeit, als Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte.

Das Weiße Haus bestätigte diese Kontakte. Spicer und Pence erklärten aber, in den Gesprächen sei es nicht um die Sanktionen gegangen. Dies stellte sich später als falsch heraus, wie die "Washington Post“ unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Regierungsvertreter berichtete.

Mit Material der dpa.

(jg)