POLITIK
24/02/2017 11:19 CET | Aktualisiert 24/02/2017 12:18 CET

Rechtsradikaler tritt in ZDF-Karnevalssendung auf - so verteidigt sich der Sender

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Hans-Peter Faßbender ist für eine ZDF-Sendung aufgetreten - von seinen Ansichten will das Sender nichts gewusst haben

"Die Stammzuschauer werden wissen, wer als Erster auf die Bühne kommt, denn er kommt immer als Erster auf die Bühne", sagte Moderator Marc Metzger im ZDF, bevor Co-Moderatorin Mirja Boes Hans-Peter Faßbender auf die Bühne der Karnevalssendung "Karnevalissimo" bat.

Ja, die Zuschauer wussten es. Aber das ZDF anscheinend nicht.

Denn Faßbender ist Mitglied der AfD und verbreitet auf seinem Facebook-Profil Hetze gegen Flüchtlinge und Fremde, wie das Branchenportal "Meedia" berichtet.

Likes für Artikel über jüdische Weltverschwörung

Laut "Meedia" teilte Faßbender unter anderem Artikel mit diesen Titeln auf seinem Profil:

"Schwarzafrikaner ersticht 22-Jährige auf offener Straße – es war wieder ein Asylbewerber“

"Flüchtling zerschneidet Omi Gesicht, vergewaltigt und beraubt sie – die Medien schweigen“

"Keine Betten für kranke Kinder, Sonderbehandlung für Asylanten: Schockierende Zustände in Berliner Krankenhäusern"

Auch Artikel, die von einer jüdischen Weltverschwörung schwadronieren teilte Faßbender auf Facebook.

ZDF will von nichts gewusst haben

Kommentatoren auf Faßbenders Seite rufen auch dazu auf, Asylbewerber zu verbrennen oder zu erschießen.

Faßbender selbst nennt die Journalisten des ZDF-Nachrichtenmagazins "heute journals" "erbärmliches Medienpack". An die Deutschen appelliert er laut "Meedia": "Armes deutsches Volk, wehrt euch endlich, ich bin dabei."

So weit, so irre...

Aber wie reagiert das ZDF? Auf eine Anfrage von "Meedia" teilt der Sender mit: Faßbenders Facebook-Kommentare seien der Redaktion nicht bekannt gewesen – und verweist erwartungsgemäß darauf, in seinem Vortrag habe es keine fremdenfeindlichen Äußerungen gegeben.

Das verwundert durchaus, weil verschiedene Medien in der Vergangenheit über Faßbenders Hetze berichteten.

Mehr zum Thema: Skandal um politisch inkorrekte Karnevalskostüme in Fulda

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(cho)

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